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Früherer Schandfleck am Pulvermaar ist weg

Früherer Schandfleck am Pulvermaar ist weg

Alle Anstrengungen, auf dem Gelände des ehemaligen Arbeiterwohlfahrt-Feriendorfs am Pulvermaar einen Ferienpark zu bauen, sind gescheitert. Die Besitzer des Grundstücks gehen getrennte Wege und haben nun die verfallenen Häuser auf dem Areal beseitigt.

Gillenfeld/Daun. Wer regelmäßig auf der Bundesstraße 421 zwischen Strotzbüsch und Mehren unterwegs ist, wird festgestellt haben: Der Anblick in Höhe des Wohnmobilstellplatzes am Pulvermaar bei Gillenfeld hat sich verändert. Positiv verändert, denn die von der Bundesstraße gut sichtbaren verfallenen Reste des Arbeiterwohlfahrt-Ferienparks aus den 1970er Jahren sind vor kurzem abgerissen worden. Die Häuser waren zuletzt (bis 1999) als Übergangswohnheim genutzt worden.
Dass sie verschwunden sind, freut die Gillenfelder Ortsbürgermeisterin Heike Hermes. "Jetzt bietet sich dort ein neues Bild, kein Vergleich zu dem wenig repräsentativen Anblick an dieser exponierten Stelle direkt an der Bundesstraße. Ich bin in der Vergangenheit oft darauf angesprochen worden, aber der Gemeinde waren die Hände gebunden, da das Grundstück in Privatbesitz ist", berichtet sie.
Kein neuer Investor


Die Besitzer des Areals, der Adenauer Bauunternehmer Peter Körtgen und Bernd Hein aus Daun, haben lange versucht, eine neue Nutzung auf den Weg zu bringen, zuletzt im Sommer 2010. Aber auch damals fanden sich keine Investoren für einen neuen Ferienpark. "Wir haben uns entschieden, einen Schnitt zu machen. Das Grundstück wird geteilt, Peter Körtgen hat den Abriss der Häuser übernommen. Künftig kümmert sich jeder selbst um die Vermarktung", erklärt Hein.
Ganz sind die Spuren des früheren Feriendorfs allerdings nicht verschwunden: Zwei Häuser auf dem Grundstück neben dem von Körtgen und Hein stehen noch, allerdings nicht auf dem "Präsentierteller" wie die nun abgerissenen.
Körtgen und Hein hatten seit Ende der 1990er Jahre versucht, auf dem 2,2 Hektar großen Gelände einen neuen Ferienpark aufzubauen.
Wichtige Voraussetzungen waren erfüllt: ein rechtskräftiger Bebauungsplan, eine asphaltierte Erschließungsstraße sowie Ver- und Entsorgung (Strom, Wasser, Kanal).
Das große Manko: "Das Grundstück ist nicht groß genug. Es hätten um die 70 Wohneinheiten entstehen sollen, zu wenig für die Betreiber großer Anlagen", berichtet Hein. Sein Fazit: "Wir haben viel versucht, aber leider keinen Erfolg gehabt."
Er ist nun auf die Ergebnisse einer von der Verbandsgemeinde (VG) Daun in Auftrag gegebenen Studie gespannt, mit der das gesamte touristische Potenzial des Pulvermaars und seiner Umgebung untersucht wird.
Hein hofft: "Vielleicht findet sich in diesem Rahmen ein neuer Ansatz für eine künftige Nutzung." Zur touristischen Infrastruktur am Pulvermaar gehören das Feriendorf Fetten (mit Campingmöglichkeiten), der Campingplatz direkt am Wasser (gehört der Gemeinde, die ihn verpachtet hat) sowie das Schwimmbad. Es soll modernisiert werden. Die Kosten sind auf rund 700 000 Euro geschätzt. Aus Mitteln der Europäischen Union ist bereits ein 30-Prozent-Zuschuss bewilligt worden. Eine Unterstützung des Landes wird erwartet, wenn die in Auftrag gegebene Studie vorliegt. Zu deren Aufgaben gehört, beispielsweise auch die zuletzt als Möbelgeschäft genutzte frühere Schuhfabrik in der Nähe des Maars in die Entwicklungsüberlegungen einzubeziehen. sts