Fünf Monate Gefängnis nach Ehestreit

Aus der Trierer Vollzugsanstalt wird ein 38-Jähriger im Dauner Amtsgericht vorgeführt. Dieses Mal wird ihm der Prozess wegen Körperverletzung und Bedrohung gemacht. Der elffach vorbestrafte Angeklagte wird zu weiteren fünf Monaten Haft verurteilt. Somit muss er bis Sommer 2010 im Gefängnis bleiben, wenn er nicht vorzeitig entlassen wird.

Daun. Am 2. Februar kam es zwischen dem gebürtigen Duisburger und seiner Ehefrau in der Wohnung zum Streit. Laut Staatsanwaltschaft warf er dabei einen Beistelltisch nach der Frau, zerbrach einen Besen und versuchte, mit dem zerfetzten Holzstiel auf sie einzustechen.

Da die Ehefrau von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch macht, bleiben dem Gericht die Einlassungen des Angeklagten und die Zeugenaussagen. Allerdings können der Polizist und die Freundin der Frau, die am Karnevalssamstag zu Hilfe gerufen wurden, nur vom "Hörensagen" berichten.

Richter rät zur Anti-Aggressions-Therapie



Der Angeklagte erklärt: "Ich habe aus Wut unter den Tisch getreten, der beim Herumschlagen den Besen traf. Der Besen zerbrach und ein Teil flog in Richtung meiner Ehefrau." Klar ist, dass die Ehefrau aufgeregt flüchtete und später mit der Freundin zurückkam, um den kleinen Sohn abzuholen. Dabei soll der wütende Metallarbeiter gedroht haben: "Ich hacke dir die Hände ab, wenn du den Kleinen anpackst." Verteidiger Bernd Hoffmann sieht darin "nur eine Beleidigung", weil die Freundin im Zeugenstand aussagt, die Drohung zunächst nicht ernst genommen zu haben, später jedoch sehr wohl Angst kriegte.

Richter Hans Schrot zieht nach der Beweisaufnahme Bilanz: "Der Angeklagte schafft es nicht, in Stresssituationen die Kontrolle zu behalten. Es wird dringend zur Anti-Aggressions-Therapie geraten." Da der Angeklagte, auf dessen Konto bereits elf Vorstrafen mit Körperverletzung, Betrug und sogar versuchter Totschlag gehen, mehrere Auflagen nicht erfüllte, wurden Bewährungsstrafen ausgesetzt. Bis 2010 muss er noch in Haft bleiben.

Das Urteil über weitere fünf Monate akzeptiert er. Er sagt: "Mein Frau hält auch im Gefängnis zu mir, besucht mich regelmäßig mit dem Kleinen. Jetzt ist der Neuanfang da." Der 38-Jährige hofft, in den offenen Vollzug nach Wittlich zu kommen, weil sein ehemaliger Arbeitgeber ihn "sofort wieder nehmen würde".

Seinen kleinen Sohn lässt er dabei nicht aus den Augen. Der Kleine läuft sofort nach der Verhandlung, als Richter Schrot zustimmt, zum Papa und lässt sich herzen. Ein rührendes und sehr seltenes Bild im Dauner Gerichtssaal.