Für sie soll’s weiße Rosen regnen

Für sie soll’s weiße Rosen regnen

KIRCHWEILER. (bb) Es war Katja Rösers erste Stelle, und es war die erste Gemeindereferentin, die es in den Pfarreien Kirchweiler, Dockweiler und Neroth jemals gab. Jetzt verlässt sie die Eifel und geht – der Liebe wegen – ins Saarland. Die Verabschiedung fand im Rahmen eines Familiengottesdienstes in Kirchweiler statt.

Bevor der Gottesdienst beginnt, drückt ein kleines Mädchen jedem Kind in der ersten Bank eine weiße Rose in die Hand. "Für Katja!" Natürlich wissen die anderen längst Bescheid: Heute wird sie verabschiedet, und da wollen die Kommunionkinder ihr Rosen mit auf den Weg geben. Eine Gruppe von Frauen und Männern hat neben dem Altar Aufstellung genommen und stimmt sich auf die musikalische Gestaltung der Messe ein. Die Kirche füllt sich. Es läutet zum Einzug. Und inmitten einer Schar Messdiener und an der Seite von Pastor Robert Florin zieht Katja Röser ein. Der Ortspfarrer widmet der Gemeindereferentin gleich zu Beginn herzliche Worte: "Ich bin froh, dass du dreieinhalb Jahre in unserer Pfarreiengemeinschaft tätig warst, und ich bin dankbar für alles, was du an Gruppen und einzelnen Menschen gewirkt hast." In seiner Predigt spricht Florin davon, dass die Zeit der großen Zahlen für die Kirche vorbei sei. "Wir Christen geraten zunehmend in die Minderheit", räumt er ein, macht aber gleichzeitig im Sinne Jesu "Mut zur kleinen Zahl". Katja Röser habe stets den Einzelnen und die kleine Gruppe im Blick gehabt, sagt er und nennt beispielhaft den Bibelkreis in Kirchweiler. Im Namen des Pfarrgemeinderates sagt Dieter Michels aus Kirchweiler: "Danke, dass wir dich haben durften. Du warst eine Bereicherung für unsere Pfarreien." Gregor Meyer aus Betteldorf bedankt sich im Namen des Musikensembles. Die Messdiener überreichen ein Fotoalbum. Und die Kommunionkinder ihre weißen Rosen. Katja Röser hebt sichtlich bewegt "alle Offenheit und das große Vertrauen" hervor. Pastor Florin habe ihr viel Freiraum gewährt und immer wieder neue Sichtweisen aufgezeigt. Katja Röser ist 28 Jahre alt und stammt aus Mayen, hat dort Abitur gemacht und ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Caritas geleistet. Das Studium in Mainz schloss sie nach vier Jahren mit dem Diplom in Religionspädagogik ab. Nach ihrem ersten berufspraktischen Jahr in Neunkirchen/Saar kam sie im Herbst 2002 in die Pfarreiengemeinschaft Dockweiler/Kirchweiler/Neroth - zunächst als Gemeinde-Assistentin. Seit August 2004 hatte sie hier mit bischöflichem Auftrag für die kirchliche Gemeindearbeit und den Religionsunterricht eine Planstelle als Gemeindereferentin. Am 1. März tritt sie ihre neue Stelle in Saarwellingen an. Der Wechsel von der Eifel ins Saarland habe vor allem private Gründe, ist zu hören. Ihre Stelle im Dekanat Daun ist ausgeschrieben. Ob es bald eine Nachfolge für Katja Röser geben wird? Das Mienenspiel und das Achselzucken von Pastor Robert Florin und von Dekanatsreferent Thomas Reichert auf diese Frage machen nicht gerade Hoffnung auf eine baldige Neubesetzung.