Fusion sorgt für Streit in der CDU

Während der Verwaltungsrat der Kreissparkasse (KSK) Bitburg-Prüm am Donnerstag für die Fusion mit der KSK Vulkaneifel gestimmt hat, hat sich die CDU-Basis in Daun gegen den Zusammenschluss ausgesprochen und der Kreistagsfraktion empfohlen, den Antrag am Montag abzusetzen.

Daun/Bitburg. Klare Verhältnisse im Verwaltungsrat der KSK Bitburg-Prüm: Mit 9:1 Stimmen haben die Mitglieder am Donnerstag für die Fusion mit der KSK Vulkaneifel votiert. Das Gremium hat zehn Mitglieder: fünf von der CDU, zwei von der SPD, jeweils eins von FWG und FDP sowie Landrat Roger Graef als Verwaltungsratsvorsitzender. Anders ist das Ergebnis im Verwaltungsrat der KSK Vulkaneifel ausgefallen: Dort gab es ein Stimmenpatt mit fünf Befürwortern und fünf Gegnern, was nach den Regularien als Ablehnung zu werten ist. Der Verwaltungsrat in Daun hat wie in Bitburg fünf CDU- und zwei SPD-Mitglieder, FWG und FDP haben einen Sitz, stimmberechtigt ist auch hier Landrat Heinz Onnertz. Zwischenzeitlich gibt es innerhalb der CDU im Vulkaneifel-Kreis offenen Streit über die geplante Fusion. Bei einer Mitgliederversammlung des CDU-Gemeindeverbands Daun am Donnerstag in Üdersdorf sprach sich eine große Mehrheit gegen den Banken-Zusammenschluss aus. Die CDU-Kreistagsfraktion wurde aufgefordert, den von ihr gestellten Fusionsantrag auf der Kreistagssitzung am Montag zurückzuziehen. Erklärter Fusionsgegner in der CDU ist der frühere Chef der Westeifel-Werke, Erwin Görgen (Kirchweiler). Er berichtet, einer Gruppe von zehn CDU-Mitgliedern habe schon zu Jahresbeginn das Vorgehen der CDU-Spitze in Sachen Bankenfusion nicht gefallen. Ihre Bedenken hätten die Mitglieder in einem Gespräch im März vorgetragen. Damals sei ein Parteitag in Aussicht gestellt worden, bei dem über den Banken-Zusammenschluss hätte beraten und entschieden werden können. "Den Parteitag hat es allerdings nicht gegeben, was uns sehr verärgert hat", erklärt das langjährige CDU-Mitglied Görgen. Auch deshalb sei die Zahl der Fusionsgegner innerhalb der Partei immer größer geworden. Vor allem das bisherige Vorgehen der CDU-Spitze, "im stillen Kämmerlein zu entscheiden", sei bei der Versammlung am Donnerstagabend in Üdersdorf hart kritisiert worden. Görgen: "Viele fragen sich: Was ist der Sinn der Fusion?" Nach einer teilweise sehr emotional geführten Diskussion sei über einen Empfehlungsantrag an die CDU-Kreistagsfraktion, den Fusionsantrag bei der Sitzung am Montag zurückzuziehen, abgestimmt worden. "Eine sehr deutliche Mehrheit hat dafür gestimmt", berichtet Görgen. Er hofft, dass dieses Votum einen "Nachdenkungsprozess" bei der CDU-Kreistagsfraktion auslöst.Kreistags-Fraktionschef Gordon Schnieder erklärte auf Anfrage des TV, er sei nach wie vor überzeugt, dass die von seiner Fraktion beschlossene Fusionsvereinbarung richtig sei. Zudem habe es in den anderen VGen teilweise ein anderes Stimmungs-Bild als in Daun gegeben. Er nehme das Votum der Mitglieder ernst, darüber werde auch in einer Sitzung der Kreistagsfraktion am Sonntagabend gesprochen und über das weitere Vorgehen beraten. Von der Richtigkeit, die Fusion anzustreben, ist auch der langjährige Vorsitzende des CDU-Kreisverbands Vulkaneifel und Landtagsabgeordnete Herbert Schneiders nach wie vor überzeugt. Dazu äußert er sich in einem Interview auf