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Gäste lassen in der Gastronomie inn der Vulkaneifel noch auf sich warten

Gastronomie : Die Gäste lassen noch auf sich warten

Restaurants, Kneipen und Cafés haben wieder geöffnet, doch in der Vulkaneifel bleibt ein Ansturm der Gäste bisher  aus. Die Hygienevorschriften  machen den Wirten zu schaffen.

Endlich sind die Tische, Stühle und Bänke wieder draußen aufgebaut, es ist warm, und die Sonne lacht von einem strahlend blauen Himmel. Beste Bedingungen für die Außengastronomie.

Doch vom üblichen Hochbetrieb an einem sonnigen Samstag kann keine Rede sein. Nur wenige Gäste sitzen an den Tischen, die einen Mindestabstand von eineinhalb Metern haben müssen.

Sobald ein Platz frei wird, kommt die einen Mund-Nasen-Schutz tragende Servicekraft, räumt ab und desinfiziert Stühle, Tische und die Speisekarte.

„Trotzdem sind wir alle sehr motiviert“, sagt Ute Baudi, die Chefin der Gastronomie im Krimihotel Hillesheim. In den vergangenen Tagen habe das Team den Biergarten auf Vordermann gebracht und den Innenbereich den Hygienevorschriften gemäß gestaltet: „Wobei das für uns nicht schwierig war, weil wir mehrere Speiseräume haben.“ An einem Samstag zu dieser Uhrzeit seien Restaurant und Biergarten unter normalen Umständen voll besetzt, sagt Ute Baudi und weist aus dem Fenster auf die menschenleere Innenstadt. „Uns fehlen die Touristen. Günstiger wäre es gewesen, Gastronomie und Hotels gleichzeitig zu öffnen.“ Übernachtungen im Krimihotel seien ab Montag wieder möglich und auch gebucht.

Im Mülisch`s Hof in Dohm-Lammersdorf läuft der Betrieb wieder an, berichtet Rainer Ballmann. „Zwar noch zögerlich, aber wir sind ganz froh, nicht sofort überrannt zu werden“, sagt der Hotelier und Wirt. Das Team habe somit die Zeit, sich an die geltenden Regeln für die Gastronomie zu gewöhnen: „Die Gäste müssen im Vorfeld reservieren, werden an der Tür abgeholt, zum Platz geführt und sollen ihre Kontaktdaten schriftlich hinterlassen.“ Dazu herrschten weitere verschärfte Hygienevorschriften. „Alles sehr aufwendig“, sagt Ballmann.

„Ich fürchte, diese Namenslisten werden dem Datenschutz nicht gerecht“, sagt Ulrike Wieck, Eigentümerin des Café Hanenbrink in der Gerolsteiner Hauptstraße. Aber gefühlt kämen sowieso fast jeden Tag neue Vorschriften auf die Wirte zu: „Man fragt sich andauernd, ob man alles richtig macht.“ Falls nicht, drohten saftige Geldbußen seitens des Ordnungsamtes. „In der derzeitigen Situation kann das kein Wirt brauchen“, sagt sie. Im Außenbereich des Cafés sitzen auf den sonst begehrten Plätzen lediglich zwei Menschen, innen ein einzelner Besucher. „Ich warte ab, vielleicht kommen bessere Zeiten“, hofft Ulrike Wieck.

Wie in allen anderen Gastronomiebetrieben der Vulkaneifel läuft auch das Restaurant Forsthaus Kasselburg derzeit auf Sparflamme. „Wir haben die Speisekarte verkleinert und setzen noch nicht das gesamte Personal ein“, sagt Eigentümer Roland Schmitz. Er habe das Glück, einen geräumigen Speisesaal und eine große Terrasse bieten zu können, um sämtliche Abstandsregeln einhalten zu können. „Doch alle anderen Maßnahmen, der vorgeschriebene Empfang der Gäste, das Ausfüllen der Namensliste und die verschärften Hygieneregelungen sind sehr arbeitsintensiv.“ Er frage sich, ob die Auflagen bei Hochbetrieb einzuhalten wären. „Das geht nur mit mehr Personal“, ist sich Schmitz sicher. Das hieße jedoch, bei platzbedingt weniger Einnahmen höhere Betriebskosten in Kauf nehmen zu müssen.

„Wir können es nicht ändern und nehmen es, wie es ist“, sagen Madlen und Markus Bell, die Wirte des Restaurants und Hotels „Beim Heines“ in Daun. „Gar nicht aufzumachen ist für uns keine Alternative.“ Der Tagesumsatz liege im Verhältnis zu Vor-Corona-Zeiten bei fünf Prozent, zusätzliches Personal, um Hygienevorschriften zu erfüllen, sei zurzeit nicht bezahlbar. Das Ehepaar bemängelt fehlende Informationen seitens der Behörden im Vorfeld der Öffnung: „Wir haben uns die Finger wundtelefoniert, um zu erfahren, wie das alles laufen soll“, sagt Markus Bell. Trotzdem bewege man sich immer auf dünnem Eis. „Ich kann ja nicht jedem Gast nachlaufen und kontrollieren, ob er beim Gang zur Toilette die Maske aufbehält.“ Im Falle von Verstößen gegen die Vorschriften drohten hohe Geldstrafen und sogar Zwangsschließungen, berichtet Bell. „Aber es herrscht in vielen Punkten keine abschließende Klarheit.“ Es bliebe, trotz der Öffnung, eine schwierige Zeit. „Die Einnahmen im Sommer schaffen in normalen Zeiten  ein Polster für den Winter. Im Augenblick ist es wie ein Sterben auf Raten, denn die Betriebskosten laufen wieder in voller Höhe an, doch die Gästezahlen lassen noch zu wünschen übrig“, sagt Markus Bell.