Ganoven auf der Bühne

Nach der "Zunftmeisterin", den "Kräuterweibern" und dem "Medikus" stehen bei den Spielleuten zu Hillesheim in diesem Jahr "Ganoven vor Gericht". Ihr neues Stück präsentieren die Laienschauspieler des Eifelvereins beim Krimifestival Tatort Eifel vom 13. bis 22. September.

Hillesheim/Daun. Kriminell und gruselig wird es im frühen Herbst, wenn vom 13. bis 22. September das Krimifestival Tatort Eifel in Daun und im Landkreis stattfindet. Mit dabei sind traditionell auch die Spielleute zu Hillesheim, eine Laienschsuspielgruppe ders Eifelvereins unter Leitung von Felicitas Schulz. "Wir sind immer wieder froh, dass die Spielleute zu Hillesheim sich von Anfang an so aktiv eingebracht haben", sagt Festivalleiter Heinz-Peter Hoffmann. "Und wir freuen uns auch in diesem Jahr über ihre Mitwirkung."
Und Krimi-Autor Ralf Kramp fügt hinzu: "Die Spielleute ergänzen das moderne Krimi-Programm immer wunderbar mit unterhaltsamen Einblicken in die Verbrechen vergangener Jahrhunderte."
Die Proben zum neuen Bühnenstück "Ganoven vor Gericht" beginnen in Kürze. Das Markenzeichen der Amateurschauspieler sind selbst verfasste Einakter. Diese haben stets einen historischen Hintergrund und lassen so die Zuschauer teilhaben, wie es mal gewesen sein könnte. Die Lieblingsthemen der Spieler reichen vom ausgehenden Mittelalter über die Preußenzeit bis in die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, wozu Stadtführerin Felicitas Schulz nach gründlicher Recherche das Buch schreibt.
Begonnen hatte alles mit zwei historisch-kriminalistischen Rundgängen "Als es noch echte Schlitzohren gab" bei der Eifel-Criminale 1999, dem Vorläufer von Tatort Eifel. Sie waren zugleich Initialzündung für die Gründung der Theatergruppe. Bei den Führungen "mit allerlei Zuschauervolk in Scharen" durch die Altstadt erfuhren die Besucher, "dass es in der Eifel nicht mehr Kriminalistisches gab als anderswo", wie der Gerichtsherr Nikolaus von Hillesheim niederschrieb. Mit zahlreichen Auftritten, Fernsehaufnahmen von SWF und WDR, der Teilnahme beim Rheinland-Pfalztag 2002 und dem Deutschen Wandertag 2006 sowie der Verleihung des Wolf-von-Reis-Kulturpreises 2007 für Brauchtumspflege vom Eifelverein, ist die Theatergruppe eine kulturelle Bereicherung im Vulkaneifelkreis.
Die Schauspieler treten stets in zeitgemäßer Gewandung auf, die meistens von Mitgliedern genäht werden. Mit zwölf ständigen und sechs sporadischen Spielern ist die Gruppe in der Lage, auch in kleinerer Formation aufzutreten. Dazu gehören gespielte Stadtführungen mit Tanz und Musik durch den Hillesheimer Altstadtkern, aber auch an Burgen und alten Gemäuern.
Wer nicht mehr bis zum Tatort Eifel im September warten möchte: Am 4. Mai tritt die Theatergruppe mit Episoden aus dem Stücke "Der Medikus" bei der Frühjahrstagung des Eifelvereins in Hillesheim auf. red