Ganz Bolsdorf sagt Dankeschön: Helmut Schmitz geht nach drei Jahrzehnten als Ortschef in den Ruhestand

Ganz Bolsdorf sagt Dankeschön: Helmut Schmitz geht nach drei Jahrzehnten als Ortschef in den Ruhestand

In den 1980er Jahren geborene Bürger des Hillesheimer Ortsteils haben nie einen anderen Ortsvorsteher erlebt: 30 Jahre lang leitete Helmut Schmitz die Geschicke des Dorfes in der Vulkaneifel. Die Bolsdorfer dankten es ihm mit einem Abschiedsfest.

Bolsdorf. Nein, mit so etwas hätte er nicht gerechnet, sagt Helmut Schmitz. "Das ist wirklich eine gelungene Überraschung." Vor und in der "Schmiede", dem Bolsdorfer Dorgemeinschaftshaus, versammeln sich nach und nach die Bürger des Ortes, wirklich jeder will Schmitz die Hand schütteln oder ihn umarmen.
"Es gab selbstverständlich Höhen und Tiefen in meiner 30-jährigen Amtszeit", wird Schmitz in seiner Dankesrede sagen. "Aber es ist uns vieles gemeinsam gelungen. Und ich danke allen, die diesen langen Weg mitgegangen sind."

Unterm Strich steht auf der umfangreichen Liste der mit Erfolg durchgeführten Projekte ein Ergebnis, das sich sehen lässt: Zwei Unternehmen bieten rund 60 Arbeitsplätze im Dorf, leer stehende Gebäude gibt es zurzeit nicht, im Gegenteil: es seien in den drei Jahrzehnten unter Schmitz' Ägide sogar 34 Neubauten hinzugekommen.
"Immens wichtig für die Zukunft war der Ausbau der schnellen Internetverbindung", sagt Schmitz und erwähnt, dass er sich besonders gerne an die Wettbewerbe zu "Unser Dorf hat Zukunft" erinnere: "Bolsdorf war 2006 Kreissieger in der Sonderklasse und hat 2012 den zweiten Platz ergattert." Auch dies sei dem Umstand zu verdanken, "dass alle an einem Strang gezogen haben." Alles in allem: "Eine gute Zeit", sagt Helmut Schmitz, bleibt aber selbstkritisch. "Einiges ist aber auch liegen geblieben." Die Erneuerung der Dorfstraße sei beantragt, aber erst für das Jahr 2018 geplant, das Umfeld des Gemeindehauses bedürfe unbedingt einer Aufhübschung und dann sei da noch die Sache mit dem Bach, der bei Hochwasser Teile des Ortes überschwemmt. "Ich komme gerade von der Sitzung des Bauausschusses", sagt der ebenfalls eingeladene Hillesheimer Stadtbürgermeister Matthias Stein. "Der gesamte Bachlauf von Berndorf bis zur Einmündung in die Kyll soll mit Fördergeldern aus der Aktion Blau Plus renaturiert werden. Und es ist geplant, damit in Bolsdorf zu beginnen", berichtet Stein und erwähnt, dass Helmut Schmitz "selbstverständlich und mit allen Ehren bei der kommenden Sitzung des Stadtrats verabschiedet wird."Die Altersfeuerwehr ruft

Seiner Nachfolgerin Josefine Engeln wünscht der scheidende Ortsvorsteher eine glückliche Hand bei der Bewältigung ihrer Aufgaben und sagt: "Es geht nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern." Einer davon ist Schmitz nun auch selbst - und er höre jetzt nicht schlagartig auf, sich Gedanken um "sein" Bolsdorf zu machen, sagt er. "Wir haben den Eifelsteig und den Kylltalradweg, die mitten durch den Ort führen, aber keine Gastronomie mehr. Das muss anders werden."

In Zukunft will sich Schmitz mehr seiner Familie widmen. Und er führt als ehemaliger Kreisfeuerwehrinspekteur des Vulkaneifelkreises, Stadt-, Verbandsgemeinderatsmitglied, Mitglied des Kreistages und langjähriger Erster Beigeordneter der VG Hillesheim ein Amt fort, das ihm sehr am Herzen liegt: "Den Vorsitz der Altersfeuerwehr auf Kreisebene", sagt Helmut Schmitz und lacht: "Das ist aber - wie der Titel schon sagt - eine sehr ruhige Aufgabe."