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Ganz sperren? Mehrheit lehnt Vorschlag ab

Ganz sperren? Mehrheit lehnt Vorschlag ab

Wie kann es gelingen, die Belastung der Anwohner der Arensbergstraße durch den Durchgangsverkehr und die teilweise chaotischen Zustände auf dem Wirichplatz zu verringern? Darüber haben sich die Stadtratsfraktionen Gedanken gemacht. Kaum jemand will aber so weit gehen, wie es dem Gremium heute vorgeschlagen wird: eine komplette Sperrung der Zufahrt in die Stadt.

Daun. Ginge es allein nach den Anliegern, wäre die Sache schnell geregelt: "Wenn wir zu entscheiden hätten, würde die Arensbergstraße bis auf den Anliegerverkehr dichtgemacht", sagen beispielsweise Gertrud Saxler und David Peters. Für sie ist die Verkehrsführung in der Arensbergstraße ein dauerhafter Stein des Anstoßes, besonders viel los ist im Berufsverkehr. Am Morgen und am späten Nachmittag, so die Beobachtung der Anlieger, halten sich viele nicht an die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 20 Stundenkilometer.
Wenig erfolgreiche Versuche


Aber die bisherigen Versuche, die Zahl der Fahrzeuge, die sich durch das schmale Sträßchen zwängen, zu verringern, waren von wenig Erfolg gekrönt. So wird sich der Stadtrat heute mit dem Thema befassen. Einige der Anwohner werden sicher die Gelegenheit nutzen, live dabei zu sein, wenn es mal wieder um die Verkehrsführung in ihrer Straße geht.
Die Ausgangslage: Nach wie vor nutzen viele die Arensbergstraße und den Wirichplatz als Zufahrt zur Innenstadt, zu den Schulen und zum Behördenzentrum. Was "zu erheblichen Belastungen für die Anwohner und zu diversen Gefahrensituationen" führt, heißt es in der Vorlage der Verwaltung zu diesem Tagesordnungspunkt. Zudem werde der Wirichplatz durch den Durchgangsverkehr so stark frequentiert, dass teilweise "chaotische Situationen" entstünden. Die Verwaltung schlägt dem Stadtrat eine rigorose Lösung vor: "Der Rat beschließt, dass die Verkehrsführung Arensberg/Wirichplatz so geändert wird, dass eine Zufahrt vom Arensberg zum Wirichplatz und eine Abfahrt vom Wirichplatz zum Arensberg nicht mehr möglich ist. Die bestehende Sperrung der Zufahrt über den Arensberg zur AOK/Lindenstraße bleibt bestehen." Dafür wird sich aber aller Voraussicht nach keine Mehrheit finden. Zwar herrscht in den Fraktionen Einigkeit darüber, dass etwas geändert werden muss, aber für die vorgeschlagene Komplettsperrung gibt es praktisch keine Befürworter.
So sieht die CDU-Stadtratsfraktion laut deren Sprecher Gerd Becker "eine Notwendigkeit, den Durchgangsverkehr über den Wirichplatz zu minimieren beziehungsweise ganz zu unterbinden. Die Zufahrt vom Süden in die Stadt über den Arensberg sollte aber erhalten bleiben."
So sieht es auch Stefan Minninger, Sprecher der Fraktion des Gewerbe- und Verkehrsvereins (GVV): "Es muss was passieren, keine Frage. Wir können uns vorstellen, dass die Zufahrt vom Wirichplatz über die Arensbergstraße zur Bahnhofstraße gesperrt wird. Aber die Gegenrichtung, der Zugang in die Stadt von Süden, muss offenbleiben, auch im Interesse der Geschäftsleute. Allerdings ist eine zeitliche Beschränkung der Durchfahrt denkbar."
"Gäbe es eine Ideallösung, wäre diese vermutlich schon längst gefunden", sagt Gerhard Herzog, Sprecher der Fraktion Wählergruppe (WG) Reineke. "Die teilweise chaotischen Verhältnisse sowohl auf dem Wirichplatz als auch bei der unkontrollierten Einfahrt von Süden in die Stadt bedürfen - mal wieder - einer Korrektur." Die WG Reineke favorisiere eine zeitliche Teilsperrung der Arensbergstraße, zum Beispiel von 20 bis 9 Uhr mit entsprechenden stichprobenartigen Kontrollen. "Das wird aber bestimmt schwierig durchzusetzen sein, weil sich sicher wieder viele Autofahrer nicht an die Beschilderung halten werden."
Eine weitere Möglichkeit sei, den Einbahnverkehr von der Wirich- in die Friedhofsstraße am Bestattungshaus Warneke umzudrehen und nur noch die Abfahrt Richtung Krankenhaus zuzulassen. Herzog: "Auch dies ist schon mehrfach diskutiert worden und hat keine Mehrheit gefunden."
Kontrolle ist unverzichtbar


Die SPD-Fraktion schlägt eine Einbahnstraßenregelung von der Arensbergstraße über die Lindenstraße (Richtung AOK/Post) vor, "zeitlich begrenzt von 9 bis 20 Uhr", sagt Sprecher Uli Domenghino. Diese Möglichkeit gab es bis zum Herbst 2014, seitdem ist die Durchfahrt - auf Beschluss des Stadtrats - nicht mehr möglich. "Allerdings nur ein Schild aufzustellen, wird unserer Auffassung nach nicht genügen. Damit es wirklich zum Tragen kommt, wird es aber ohne bauliche Maßnahmen wie beispielsweise eine Schranke oder versenkbare Poller nicht gehen." Sollte sich für den Vorschlag der SPD keine Mehrheit finden, "werden wir der von der Verwaltung vorgeschlagenen kompletten Sperrung zustimmen."
Die Sitzung des Stadtrats beginnt heute, Donnerstag, um 17 Uhr im Bürgerhaus im Stadtteil Weiersbach.