| 15:50 Uhr

Gesundheit
Geburtshilfe in Mayen wird aufgestockt

 Im Krankenhaus in Daun wurde die Geburtshilfestation Ende 2018 geschlossen. Das führte zu vielen Protesten. In Mayen wird die Abteilung indes erweitert.
Im Krankenhaus in Daun wurde die Geburtshilfestation Ende 2018 geschlossen. Das führte zu vielen Protesten. In Mayen wird die Abteilung indes erweitert. FOTO: TV / Angelika Koch
Mayen/Koblenz/Daun. Landeskrankenhausplan sieht für mehrere Häuser in der Region Koblenz Erweiterungen vor

Während in der Vulkaneifel immer noch darüber nachgedacht wird, wie die zum Jahresende 2018 erfolgte Schließung der letzten Geburtshilfestation im Kreis (am Krankenhaus Daun) aufgefangen werden kann, herrscht auch in anderen Kliniken in der Region Bewegung. Grund dafür ist der Landeskrankenhausplan, der neue Vorgaben macht, die bis zum Jahr 2025 umgesetzt werden sollen. Die Auswirkungen sind allerdings von Standort zu Standort unterschiedlich – zum Beispiel bei der Anzahl der Klinikbetten.

Im St.-Elisabeth-Krankenhaus in Mayen, einem Standort des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein, erhöht sich die Zahl der Betten – von 251 auf 269. Das liegt zum einen daran, dass zusätzlich 25 Betten für die Geriatrie ausgewiesen werden. Zum anderen bekommt die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe 15 zusätzliche Betten. Vor allem für werdende Mütter aus dem Kelberger Raum ist das Krankenhaus in Mayen nach der Schließung der Geburtshilfestation in Daun die nächstgelegene Klinik für Entbindungen.

In anderen Abteilungen in Mayen, etwa der Orthopädie/Unfallchirurgie, werden dafür weniger Planbetten ausgewiesen. Die Bettenabbauten erfolgten dort, „wo sie eben offensichtlich nicht mehr im bisherigen Umfang gebraucht werden“, erklärt Sandra Keßler, Pressereferentin im rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium.

Das Katholische Klinikum in Koblenz soll von 474 auf 484 Betten anwachsen. Dieses Haus benötige „bei sehr guter Auslastung in den Abteilungen HNO und Neurologie dort mehr Bettenkapazitäten“, sagt Sandra Keßler.

Die bloße Betrachtung der Bettenzahlen ist aus Sicht des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums aber nicht ausreichend. Denn nicht mehr die Planbettenzahl stehe beim Landeskrankenhausplan im Mittelpunkt, erklärt Pressereferentin Sandra Keßler, sondern die „Hinwendung zur bedarfsgerechten, qualitativ hochwertigen und nachhaltigen Versorgung“.

Dafür seien Konzepte und strategische Neuausrichtungen erforderlich: „Eine Betrachtung der reinen Bettenzahl sagt wenig über das tatsächliche medizinische Leistungsangebot, die Güte des Angebots oder die nachhaltige Wirtschaftlichkeit eines Krankenhauses aus.“ Dem pflichtet Gemeinschaftsklinikum-Sprecherin Kerstin Macher bei: „Wir begrüßen sehr, dass wir als Krankenhaus mehr Handlungsspielraum haben, da das Land bei der Krankenhausplanung nun von der Detail- zur Rahmenplanung übergeht.“

In Zukunft wird im Krankenhausplan statt der Bettenzahlen für einzelne Fachrichtungen eine Gesamtbettenzahl ausgewiesen.

„Wir blicken optimistisch in die Zukunft, zumal der Planbettenbescheid weder die Qualitäts- noch eine Leistungsentwicklung einschränkt.“