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Gedenkgottesdienst auf dem Schwarzenberg bei Kelberg. 

„Es tut gut, nicht allein gelassen zu werden“ : Gedenkgottesdienst für Hochwasseropfer auf dem Schwarzenberg bei Kelberg

Farbenfroh gemalte Bilder, der Bericht eines Augenzeugen der Flutkatastrophe an der Ahr, Musik zwischen den Worten waren Elemente eines bewegenden Gedenkgottesdienstes auf dem Schwarzenberg bei Kelberg.

Der Regenbogen ist das häufigste Motiv auf den Bildern, die die Kelberger Erstkommunionkinder des kommenden Jahres gemalt haben. Helle Farben und Aufschriften wie „Viele Grüße“, „Viel Glück“ und „Alles wird gut“ bringen Hoffnung und Lebensfreude zum Ausdruck.

Während des Gedenkgottesdienstes für die Opfer und Betroffenen der Flutkatastrophe von Mitte Juli schaukeln die Bilder an den Leinen, die zwischen den Bäumen um den Außenaltar auf dem Schwarzenberg gespannt sind. Am Ende überreichen die Kinder sie an René Haas aus Schuld an der Ahr.

    Der 44-jährige Straßenwärter ist in dem schwer betroffenen Dorf der stellvertretende Ortsbürgermeister. Im Rahmen des Gottesdienstes spricht er über das unvorstellbare Ausmaß der Zerstörung - „nach einem ganz normalen Tag“, wie er sagt. Als das Wasser am Abend immer rasanter angestiegen sei, seien Autos und Maschinen weggebracht und Sandsäcke ausgelegt worden. „Dann fiel der Strom aus, und die ersten Gebäude wurden weggerissen“, erzählt er. Und kämpft auch zwei Monate später noch mit den Tränen bei der Erinnerung an den nächsten Morgen: „Sieben Häuser, darunter das Dorfgemeinschaftshaus, und ganze Straßenzüge waren vollkommen zerstört. Es war nicht zu fassen.“ Genauso unvorstellbar sei allerdings seither die Hilfsbereitschaft, erklärt René Haas. „Ob Gespräche oder Getränke“, sagt er – „wir spüren, dass wir nicht allein gelassen werden.“ Und: „Aus Helfern sind Freunde geworden.“

   Dass Menschen in solchen Situationen für andere da seien, sie trösteten und tatkräftig anpackten, sei auch eine christliche Botschaft an die Betroffenen und an die Öffentlichkeit, erklärt Pfarrer Ulrich Apelt von der Katholischen Pfarrgemeinde Kelberg. Umgekehrt spürten die Helfer, dass das Teilen und Spenden und damit einhergehende Verzichten ebenso guttue.

   Der Gedenkgottesdienst mit mehr als 100 Teilnehmern war auf Initiative der Ortsgemeinde gefeiert und von Ortsbürgermeister Wilhelm Jonas und den Beigeordneten Karl Heinz Sicken und Simone Schäfer-Merten organisiert worden. Auch hier wirkten Helfer mit, darunter ein Trompeten-Ensemble des Musikvereins Boxberg und etwa zwei Dutzend Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kelberg, die sich von Anfang an in den Dörfern des Ahrtals engagiert haben.