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Gedicht gibt Wandererkreuz seinen Namen

Geschichte : Gedicht gibt Wandererkreuz bei Daun-Neunkirchen seinen Namen

Unser Gastautor Alois Mayer hat sich mit der Geschichte des Kreuzes bei Daun-Neunkirchen beschäftigt.

An hölzernen und steinernen Wegkreuzen hat die Eifel Gott sei Dank noch eine Fülle aufzuweisen. Sie mahnen zum Gedenken an Kriegs- und Unfallopfer, stellen die Erfüllung von Gelübden dar oder wahren Stationen volkstümlicher Frömmigkeit.

Bei Neunkirchen, dem Stadtteil von Daun, befindet sich in der Flur „Herrgottswiese“ ein über zwei Meter hohes Kreuz, das im Volksmund den Namen „Wandererkreuz“ trägt.

Es steht direkt neben der Straße, umrahmt von zwei mächtigen Birkenbäumen.Unweigerlich drängt es sich den Blicken eines jeden Vorübergehenden auf. Entgegen seinem Namen hat es jedoch absolut nichts mit einem Wanderer zu tun.

Es ist auch nicht von einem Wander- oder dem Eifelverein errichtet worden, sondern stellt das erste von „Sieben Kreuzen“ dar, zu denen dereinst Gläubige betend und bittend wallfahrteten, um für einen verstorbenen oder im Sterben liegenden Mitbürger die Gnade und das Heil des Himmels zu erflehen.

1929 ließ der damalige Pastor von Neunkirchen die sieben morschen Holzkreuze ersetzen durch dauerhafte aus hartem Eifelbasalt. Das erste Kreuz als Ausgangspunkt der kleinen dörflichen Bitt-Wallfahrt wurde besonders auffällig und groß erstellt.

Zahlreiche Fahrzeuge rasen an diesem Kreuz vorbei. Der Blick registriert zwar noch das Kreuz, aber der Fahrer findet keine Zeit, die Fragen zu lesen und die Antworten zu bestätigen, die stets Gültigkeit hatten und haben werden. Dem Vorübergehenden, dem Wanderer aber, dringt diese Inschrift ins Auge und ins nachdenkliche Bewusstsein. Sie zwingt ihn, ruhig zu werden, zu verweilen und über sich und seine Bestimmung nachzudenken.

Und damit stimmt auch wieder der volkstümliche Name, denn das Symbol christlichen Glaubens und seine Inschrift sind zu einem Kreuz für Erdenpilger und Wanderer geworden.