Gefahrenpunkt wird entschärft
Für 14 000 Euro hat die Stadt Gerolstein ein marodes Haus im Stadtteil Büscheich gekauft. Nach dem Hausabriss kann die gefährliche Kurve in der Ortsmitte entschärft werden. Weitere Kosten werden auf 40 000 Euro geschätzt.
Gerolstein. Schon lange ist dem Büscheicher Ortsbeirat die unübersichtliche Kurve im Straßenverlauf der Landesstraße 29 ein Dorn im Auge. Lastwagen und Busse aus Richtung Salm kommend müssen in der Ortsmitte auf die Gegenfahrbahn ausweichen, um die Kurve passieren zu können.
Zusätzliches Handicap: Die Kurve hat keinen "runden" Verlauf, sondern knickt nach der ersten Rundung erneut ab. Willi Hoffmann, Chef der Gerolsteiner Polizeiwache, erklärt: "Es kommt dort gelegentlich zu Unfällen im Begegnungsverkehr. Die Kurve ist aber kein Unfallschwerpunkt." Dazu soll es erst gar nicht kommen. Durchschnittlich sind täglich 1200 Fahrzeuge (davon zwei Prozent Schwerlastverkehr) auf diesem Abschnitt der Landesstraße 29 unterwegs.
Ortsvorsteher Oswald Weber: "Uns reichen die brenzligen Situationen. Wir sind froh, dass die Stadt jetzt die Chance nutzt, was zu ändern." Die ältere Bewohnerin des Hauses Nummer 23 ist verstorben. Dadurch war der Ankauf möglich. Allerdings hat die Stadt Gerolstein noch nicht den kompletten Handlungsspielraum. Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz: "Beim Vormundschaftsgericht liegen noch einige Dinge zur Klärung."
Sobald diese Hindernisse ausgeräumt seien, würde sich der Stadtrat mit dem Projekt in den Haushaltsberatungen auseinandersetzen. Architekt Gottfried Perings habe bereits den Auftrag, im Zuge der Dorferneuerung für die Büscheicher Ortsmitte einen Plan auszuarbeiten.
Ortsvorsteher Weber freut sich: "Dann kann auch der Gehweg so umgebaut werden, dass er von allen genutzt werden kann." An der engsten Stelle ist der Gehweg gerade mal 65 Zentimeter breit - zu eng, um mit Kinderwagen oder Senioren-Gehhilfe durchzukommen. Außerdem ist der Bordstein 25 Zentimeter hoch - als Schutz vor ausweichenden Autos. Weber meint: "Bürger, die zur Kirche, auf den Dorfplatz oder zur Bushaltestelle wollen, sind hier regelmäßig gefährlichen Situationen ausgesetzt."
Zur Entschärfung der gefährlichen Kurve soll das marode Haus abgerissen werden. Dadurch wird die Sicht erheblich verbessert.
Helmut Bell vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) erklärt: "Die Straße wird nur unwesentlich verändert. Hauptsächlich wird das Blickfeld optimiert und der Gehweg durchgängiger."
Er schätzt die Kosten auf 40 000 Euro. Die Finanzierung gehe zum größten Teil zulasten der Stadt. Das Land beteilige sich mit einer bereits vereinbarten Pauschale an dem Projekt. Die konkrete Höhe dieser Beteiligung würde nicht veröffentlicht.