Kunstprojekt: Geflügelte Worte auf alten Grabsteinen

Kunstprojekt : Geflügelte Worte auf alten Grabsteinen

Die Umsetzung der Idee des Künstlers Franziskus Wendels, den Dauner Philosophenweg mit Sprüchen auf alten Grabsteinen zu bereichern, funktioniert gut. Das vor einem Jahr gestartete Projekt ist auf der Zielgeraden.

Genau 241 philosophische Sprüche und Aphorismen haben Bürger und Gäste der Stadt innerhalb eines Jahres eingereicht. Haben eine E-Mail geschrieben oder eine entsprechende Notiz in den eigens dafür angebrachten Briefkasten am Philosophenweg gesteckt. Sind damit einem Aufruf von Franziskus Wendels, dem in Köln lebenden Künstler mit Zweitwohnsitz im Philosophenweg seiner Heimatstadt Daun, gefolgt. Kürzlich hat eine Jury (siehe Info) 24 Zitate ausgewählt, von denen nun wiederum die Bestplatzierten in ausgediente Grabsteine graviert und dann entlang des Philosophenwegs zu lesen sein werden.

   Ideal fände er zehn bis 15 Steine auf dem etwa drei Kilometer langen Rundweg, der als einer der schönsten Wander- und Wohnwege Dauns gelte, erklärt Franziskus Wendels, als er dem Trierischen Volksfreund den aktuellen Stand seiner Initiative vorstellt.

Sieben geeignete alte Grabmäler stünden bereits zur Verfügung. „Weitere werden sehr gerne angenommen“, sagt Wendels. Und berichtet, dass die Firma Arenz/Form in Stein (Daun und Cochem) das Projekt durch den günstigen Gravurpreis von 250 Euro pro Stück unterstütze. Für neun Steine gebe es bereits Paten beziehungsweise Sponsoren; dazu gehören der Lions Club Daun, die Kreissparkasse Vulkaneifel, die Volksbank RheinAhrEifel sowie mehrere Privatpersonen. „Weitere sind sehr willkommen“, sagt Wendels auch zu diesem Teil des Projekts, dem die Idee „von den Bürgern für die Gemeinschaft“ zugrunde liege.

    Nachhaltigkeit spiele ja auch noch eine Rolle, ergänzt Wendels. Träfe doch die meisten der 30 Grabsteine, die Jahr für Jahr allein auf dem Dauner Friedhof aufgegeben würden, das Schicksal der Zertrümmerung.

Würden sie aber im Sinne der Aktion „Philosophen für den Philosophenweg“ verwendet, erfüllten sie noch ein paar Jahrzehnte einen besonderen Zweck, sagt er.

Prominente Namensvettern hat der Dauner Philosophenweg: So sollen sich in Heidelberg einst beim Wandeln darauf die Gedanken von Gelehrten in steifen Gehröcken gelockert haben. So führt ein gleichnamiger im Taunus von Kronberg nach Königstein  mitten durch den Opel-Zoo und ein Weiterer im japanischen Kyoto entlang einer Kirschbaum-Allee. Auch Berlin und Jena haben Philosophenwege.

Nun träumt Franziskus Wendels  von einem schönen Herbsttag im Jahr 2019, an dem die ersten Steine stehen und der Öffentlichkeit feierlich vorgestellt werden.

Wer sich als Sponsor einer Gravur oder Stifter eines Grabsteins an dem Projekt von Franziskus Wendels beteiligen möchte, wendet sich über die E-Mail-Adresse philosophenweg-daun@freenet.de oder über die Homepage www.philosophenweg-daun.jim-dofree.com an Franziskus Wendels.

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