Gegen den Trend

DAUN-PÜTZBORN. (HG) Die Baufirma HTI im Industriegebiet Pützborn will ihr Betriebsgelände erweitern. Dazu ist geplant, ein angrenzendes Areal in Richtung Neunkirchen von der Stadt Daun zu kaufen.

Erst vor zwei Jahren zog das 1991 von Wolfgang Meier gegründete Unternehmen ins Industriegebiet Daun-Pützborn. Auf dem Areal von 14 000 Quadratmetern wurden damals ein Bürogebäude, eine Werkstatt und Lagerräume errichtet.Positive Entwicklung

Nun will der Geschäftsführer den nächsten Schritt vollziehen: "Die Entwicklung des Unternehmens in den vergangenen Jahren ist positiv. Wir können in diesem ersten Halbjahr schon deutlich bessere Zahlen verzeichnen. Wenn der Stadtrat die Entwicklung unserer Firma begleitet, wie es angedacht ist, dann wollen wir in Richtung Neunkirchen einen Hektar Land dazu kaufen." Dort will HTI auch eine weitere Halle bauen. Etwa 100 000 Euro wird die Firma bei der Expansion investieren. In diesem Jahr wurden bereits drei Bagger und zwei Hublader für 300 000 Euro gekauft und in der Lavagrube Kirchweiler ein Brecher für weitere 100 000 Euro installiert. "Ich sehe die Möglichkeit einer Ergänzung zum Bestehenden", sagt Meier, was darauf hindeutet, dass der Unternehmer ein neues Betätigungsfeld im Auge hat. Erweiterung bedeutet für ihn jedoch nicht Wachsen um jeden Preis: "Wir wollen ein gewisses Niveau erreichen und uns dann stabilisieren. Dabei gehen wir Schritt für Schritt vor." Kommunale Projekte wie Straßen-, Brücken- und Kanalbau sowie der Hochbau sind das Aufgabengebiet des Dauner Unternehmens, das mittlerweile 60 Mitarbeiter beschäftigt. Rund sechs Millionen Umsatz macht HTI im Jahr, rund 50 Prozent der Aufträge kommen aus der Region. Weitere Schwerpunkte sind Nordrhein-Westfalen und Luxemburg, wo die Firma eine eigenständige Niederlassung besitzt. Was Geschäftsführer Wolfgang Meier allerdings Sorgen bereitet, ist der ruinöse Wettbewerb in der Baubranche und die schlechte Zahlungsmoral der Auftraggeber. Diese Erfahrung hat auch Arne Rössler, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier, gemacht: "Da werden, um den Auftrag zu bekommen, manchmal Kalkulationen gemacht, die absolut keiner soliden kaufmännischen Buchführung entsprechen. Das sind dann aber auch diejenigen, die irgendwann vom Markt verschwinden. Für die verbliebenen Betriebe wird es dann sehr schwierig, die Preise wieder auf ein vernünftiges Maß zu bekommen."Neue Chancen nach dem Lückenschluss

Potenzial sieht Meier, der auch Mitglied im Bürgerbündnis A 1 ist, nach einer eventuellen Fertigstellung des nach seiner Meinung dringend benötigten Autobahn-Lückenschlusses. "Wenn die A 1 fertig ist, werden nicht nur wir als Firma, sondern insgesamt die Region eine ganz andere Entwicklungschance haben. Für uns würde es bedeuten, dass sich die Fahrzeit in den nordrhein-westfälischen Raum um die Hälfte verringert, was damit auch halbe Kosten fürs Anfahren bedeutet."