Gegner eines möglichen weiteren Gesteinsabbau in der Vulkaneifel machen mobil

Protest : Gesteinsabbau-Gegner zeigen Flagge 

Ein Demonstrationszug ist am Montag vom Forum zur Kreisverwaltung in Daun marschiert, um vor der Kreisausschuss-Sitzung zum Gesteinsabbau gegen weitere Lavagruben Position zu beziehen.

Allmählich bekommen die Vulkaneifeler Übung in der staatsbürgerlichen Tugend des Demonstrationsrechts: erst die Geburtshilfe, nun der Gesteinsabbau. Die Interessengemeinschaft (IG) Eifelvulkane und die Grünen hatten am Montag zur Kundgebung mit Marsch auf die Kreisverwaltung aufgerufen, am Ende gingen aber Parteilose, Linke und einige CDU-Mitglieder vom Forum in Daun aus los.

Eines der Plakate, das IG„Urgestein“ Gisela Kannenberg trug, brachte die Kritik auf den Punkt: „Eifelberge = Gesundland; Eifelgruben = Krankland“.

In einer vorab verteilten Pressemitteilung hieß es: „Die derzeitigen Planungen sehen einen zukünftigen Abbau von 1400 Hektar vor, wovon rund 900 Hektar bereits genehmigt sind statt der ‚nur 400 Hektar‘, die 2014 angegeben wurden. Der Abbau neuer Berge ist wahrscheinlich abgewendet, dafür drohen massive Erweiterungen bestehender oder stillgelegter Abbaugebiete.“ Auch sei nicht klar, wie lange die rohstoffliche Nutzung neuer Areale abgewendet ist.

Daher forderten die Demonstrierenden, dass es keine weiteren rund 500 Hektar als „Genehmigungsreserve“ geben soll und die nunmehrigen 900 Hektar Abbaufläche die Obergrenze darstellen müssen. „Flächen ohne aktuelle Genehmigung müssen für zukünftigen Abbau ausgeschlossen sein und bleiben.“

Wichtig sei auch, dass die Abbaumengen auf den regionalen Bedarf reduziert werden und dass mehr Baustoffe wiederverwendet und recycelt werden, anstatt Lava abzubauen. Kritisiert wurde darüber hinaus, dass die Beratung und Beschlussfassung den Mitgliedern des Kreisausschusses vorbehalten und der letztendliche Vorschlag nicht öffentlich einsehbar sei.

Der „rasante Abbau“ bedrohe die Landschaft in der Vulkaneifel, so die Überzeugung der Linken: „Weg ist weg! Landschaftsvernichtung kann nicht ausgeglichen werden“, teilte Hildegard Slabik-Münter mit.

Betont rational, ökologisch und juristisch argumentierte Hartmut Schmidt von IG Eifelvulkane. Schmidt, der als Geowissenschaftler fast dreißig Jahre lang die Bodenordnungsbehörden in Mayen, Adenau und Prüm leitete, bezweifelte, dass es um die „Sicherung von Rohstoffpotenzialflächen“ gehe, sondern es handele sich vielmehr um die „Festlegung von Interessenflächen“, die es zulasse, dass die Gesamtfläche des Abbaus auf fast 15 Quadratkilometer erweitert werde.

Er monierte, dass 80 Prozent der Interessenflächen im Konflikt mit der Zukunft des Vulkaneifelkreises im Hinblick auf den Tourismus und den Schutz des Wassers ständen. Und: „Warum soll all das bereits vor der in Kürze stattfindenden Kommunalwahl unnötig festgelegt werden?“ Der Zeitdruck führe zum Beispiel dazu, dass die Stadt Daun etwa beim Abbau am Fuchskopf keinerlei Mitsprache mehr habe.

Mit Blick auf die Dürre des vergangenen Jahres, die noch immer nicht ausgeglichen ist, verwiesen andere Demonstranten auf die Funktion der Vulkane als Wasserspeicher. Sie dürfen nicht weiter abgebaut werden, so die Forderung, um gerade in Zeiten des Klimawandels den Schutz der wichtigsten Ressource zu gewährleisten.

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