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Geister, Gruftis, Grafen

Geister, Gruftis, Grafen

Traumhafter Tatort: Bei der Gruselnacht in Kerpen versetzten neben Eifeler Krimi-Autoren auch allerlei Komparsen als Sensenmann oder sonstige Untote in Verzücken und Schrecken zugleich. Ein schauriger Spaß.

Kerpen. "Iiiiiihhhhhh!", gellt ein lauter Schrei durch die verwinkelten Gassen Kerpens. "Neeeeeeiiiinnnn!" schallt es entsetzt aus einer anderen Ecke. Eigentlich ist es sehr angenehm, durch das ansonsten so beschauliche und malerische Burgdorf zu schlendern und sich am Anblick der restaurierten Fachwerkhäuser und der über allem thronenden Burg zu erfreuen. Aber nicht an diesem - wenn auch eigentlich angenehmen, weil lauen - Spätsommerabend. Denn für die schönen Seiten Kerpens hat gerade niemand Augen.

Lautes Gekreisch beim Anblick der Untoten



Wenn beispielsweise das Klackern von Pferdehufen zu vernehmen ist, weiß eigentlich jeder, dass gleich der Sensenmann um die Ecke kommt. Gekreischt wird trotzdem, oder sich zumindest fest in den Arm des Nebenmanns gekrallt. Gleiches gilt, wenn die gemeuchelte Jungfrau, der Vampir-Graf, der mit Ketten rasselnde Geist oder die sonstigen von Komparsen gespielten Untoten sich nähern.

Da ist der ein oder andere doch froh, wenn er endlich den Saal erreicht hat, in dem die nächste Lesung mit Ralf Kramp, Manfred Lang, Carola Clasen, Jacques Berndorf oder Michael Siefener beginnt. Da es aber fünf verstreute Leseorte gibt, müssen die rund 200 Krimi-Fans, die nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch aus Köln, Koblenz und Luxemburg gekommen waren, doch irgendwann den behüteten Saal verlassen und zurück auf die Straße. Zu den geschminkten Freunden…

Der schönste Veranstaltungsort ist die Burg (und das, obwohl die neuen niederländischen Besitzer gar nicht anwesend waren, ihr Gemäuer zu diesem Zweck aber dennoch geöffnet haben). Das hat Veranstalterin Monika Kramp von der Buchhandlung Lesezeichen in Hillesheim zwar viele Telefonate gekostet, aber die Mühe hat sich gelohnt. Das meint auch ihr Mann Ralf, einer der Autoren: "Es hat uns sowie den Gästen wieder einen Riesenspaß gemacht."

Daher überlegt sich das Veranstalterteam, die Gruselnacht (es war die 13.) künftig auf zwei Tage auszudehnen. Denn mit den rund 200 verkauften Karten war sie ausverkauft - "wie eigentlich immer", sagte Kramp.