Geld sprudelt für Gerolsteiner Wasserturm

Nach der Zusage des Landes zu einem 80-prozentigen Zuschuss lässt die Stadt Gerolstein ihren historischen Wasserturm an der Löwenburg-Wand sanieren. Von dem mit 374 000 Euro veranschlagten Vorhaben übernimmt das Land demnach 289 000 Euro, die Stadt trägt 85 000 Euro - und muss dafür einen Kredit aufnehmen. Die Vorarbeiten sollen noch dieses Jahr beginnen.

Gerolstein. "Es ist gut, dass wir die Angelegenheit jetzt vom Tisch bekommen. Die Höhe des Zuschusses ist in Ordnung, da mussten wir handeln." Mit diesen Worten kommentierte Gerolsteins Stadtbürgermeister den aktuellen Stand in Sachen Wasserturm-Sanierung. Wie aktuell das Thema ist, konkretisierte Gerolsteins Bauamtsleiter Klaus Jansen: "Nachdem wir die Zuschuss-Zusage nun erhalten haben, bereiten wir derzeit die Ausschreibung für die Sanierungsarbeiten vor."

Während die eigentliche Sanierung 2010 erledigt wird, soll mit Vorarbeiten schon in diesem Jahr begonnen werden. Jansen: "Zunächst einmal muss der ganze Dreck und Schrott aus dem Inneren des Turmes herausgeholt werden, damit das Mauerwerk trocknen kann." Was sich alles im Gemäuer befindet, ist nicht ganz klar. Jansen vermutet aber, "dass da früher Etliches von oben reingeworfen wurde". In einem zweiten Schritt werde der Turm sowohl innen als auch außen eingerüstet, und schließlich das schadhafte Mauerwerk ausgebessert. Dazu sollen die Mauern innen und außen gesandstrahlt und anschließend neu verfugt und ausgemauert werden. Weiterhin sollen die Rückwand mit rund 100 Stahlnägeln am Fels der Löwenburg verankert, ein Wartungszugang am Fuß geschaffen und die Mauerkrone erneuert werden. Und schließlich erhält der Wasserturm ein Schutzdach.

Das sanierungsbedürftige Gemäuer, in dessen Nähe Wohnhäuser stehen, wurde 2003 notdürftig instand gesetzt. Noch heute künden Holzverstrebungen an einer Seite davon.

Von weiteren Sanierungsmaßnahmen hat die Stadt aber bislang abgesehen, da sie nach den bisherigen Ankündigungen des Landes den Löwenanteil hätte tragen müssen. Schwartz erklärt: "Während die Löwenburg im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz ist, gehört der Wasserturm der Stadt. Ob wir wollen oder nicht."

Zwischenzeitlich hat sich finanziell einiges geändert: So hat das Innenministerium einen 60-prozentigen Zuschuss aus Mitteln des Investitionsstocks zugesagt, zudem das Landesdenkmalamt einen 20-prozentigen Zuschuss. In absoluten Zahlen heißt das: Von den Gesamtbaukosten in Höhe von 374 000 Euro übernimmt das Land 215 000 Euro, das Landesdenkmalamt 74 000 Euro. Der Eigenanteil der Stadt beträgt 85 000 Euro.

Dennoch muss die Stadt dafür einen Kredit aufnehmen.

Die von Stadtbürgermeister Schwartz ins Spiel gebrachte Idee, im Zuge der Sanierung eine Aussichtsplattform auf dem Turm zu schaffen und den Zugang zum Gemäuer zu ermöglichen, um einen weiteren touristischen Anziehungspunkt zu schaffen, ist vom Tisch. Dafür sind im Kostenumfang 6000 Euro für die historische Bauerforschung enthalten, "denn in sämtlichen uns bekannten Unterlagen ist nichts darüber zu finden, wie alt der Wasserturm ist", sagt Schwartz.