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Geldquellen für die Vulkaneifel sprudeln weiter

Geldquellen für die Vulkaneifel sprudeln weiter

Freude beim Kreis: Nachdem er mit seiner Bewerbung um Teilnahme am Bundesprogramm Landaufschwung nicht zum Zug gekommen ist, ist nun Geld aus Brüssel und Mainz sicher. Denn die Vulkaneifel ist wieder sogenannte Leader-Region.

Daun/Ulmen/Manderscheid. Der Wallende Born, im Volksmund der "Brubbel", ist eine der großen Sehenswürdigkeiten der Vulkaneifel. Mehrere Zehntausend Besucher kommen jährlich nach Wallenborn, um das Naturspektakel zu erleben. Diesen Gästen ein vernünftiges Umfeld zu bieten, hatte die Gemeinde lange vorgehabt, das Projekt allein in Angriff zu nehmen, war dem klammen Ort aber nicht möglich. Deshalb wurde Geld aus einem europäischen Fördertopf, dem sogenannten Leader-Programm, beantragt. 280 000 Euro kostete die mittlerweile abgeschlossene Umgestaltung des Brubbel-Areals, von denen die Europäische Union (EU) rund 177 000 Euro beisteuerte. Die Aufwertung des Brubbel-Umfelds ist nur ein Beispiel von vielen, die seit 1991 über das Leader-Programm unterstützt wurden.
Und aus dieser Quelle wird auch in den kommenden Jahren (bis 2020) geschöpft werden können, denn die Vulkaneifel ist als sogenannte Leader-Region erneut anerkannt worden. Vor rund einem Jahr hatte das Bewerbungsverfahren begonnen.
Viele Bürger beteiligten sich an der Erstellung des regionalen Entwicklungskonzepts, das als Bewerbungsschrift Voraussetzung für die nun erfolgte Anerkennung war. Die offizielle Bestätigung in Form einer Urkunde erhielt der Landrat des Kreises Vulkaneifel, Heinz-Peter Thiel, von der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne). Vom "Rückenwind aus Brüssel und Mainz" (Thiel) profitiert allerdings nicht nur der Kreis allein, denn die Leaderregion ist deutlich größer.

Wer gehört zur Leaderregion?
Sie umfasst den gesamten Kreis Vulkaneifel sowie Teile der Verbandsgemeinden Wittlich-Land und Traben-Trarbach aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich und die Verbandsgemeinden Kaisersesch und Ulmen sowie Teile der Verbandsgemeinde Cochem aus dem Kreis Cochem-Zell. Sie bilden die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Vulkaneifel mit Geschäftsstelle in Daun.

Was bedeutet eigentlich die Abkürzung "Leader"?
Sie klingt englisch, ist aber französisch: Die Abkürzung steht für "Liaisons entre actions de développement de l`'économie rurale". Zu deutsch: "Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft". Leader ist eine EU-Initiative, die es seit 1991 gibt. Von Anfang dabei ist die LAG Vulkaneifel. In den ersten Förderzeiträumen bis 2006 wurden bereits zahlreiche Projekte gefördert, beispielsweise die Aussichtsplattform in Steineberg, der Wohnmobilstellplatz in Gerolstein und die Heizzentrale für die Dauner Gymnasien.

Was wird gefördert?
Das Leaderprogramm ermöglicht eine Anschubfinanzierung für die Umsetzung öffentlicher und privater Vorhaben. Von 2000 bis 2006 wurden 28 Projekte mit 1,6 Millionen Euro gefördert, von 2007 bis 2014 waren es 68 Projekte, in die rund fünf Millionen EU- und Landesgeld geflossen sind. Aber es blieb nicht allein bei dieser Summe, denn mit diesem Geld wurden Investitionen von fast zwölf Millionen angeschoben.

Werden nur große Projekte unterstützt?
Nein, es müssen nicht die ganz großen Vorhaben sein, auch kleinere wie die Herrichtung einer alten Viehwaage und des dazu gehörigen Ausstellungsraums in Hinterweiler sind gefördert worden. Die Palette der Projekte, die in den vergangenen Jahren bereits abgeschlossen wurden, reicht vom Vulkanerlebnis Mosenberg bei Bettenfeld (Kreis Bernkastel-Wittlich) über das Dorfzentrum Eberhardsklause im Wallfahrtsort Klausen (Kreis Bernkastel-Wittlich), das Strohballenhaus am Pulvermaar bei Gillenfeld (Verbandsgemeinde Daun) bis zu den römischen Villenanlagen in Bodenbach (Verbandsgemeinde Kelberg) und Duppach-Weiermühle (Verbandsgemeinde Gerolstein).

Wer wählt die Projekte aus?
Die ehrenamtlich tätigen 56 Mitglieder der LAG, die aus den unterschiedlichsten Bereichen (Verwaltung, Tourismus, Landwirtschaft, Naturschutz und Ähnliches) kommen. Sie bewerten und entscheiden, welche Projekte gefördert werden.

Wie ist das Programm finanziell ausgestattet?
Rund 50 Millionen Euro an EU-Fördergeld stehen für die 20 Leader-Regionen in Rheinland-Pfalz bis 2020 zur Verfügung.

Welche Fördersätze gibt es künftig? Grundsätzlich gilt: Es gibt eine Förderung von 65 Prozent für Projekte, die in öffentlicher Regie laufen, in Ausnahmefällen können noch zehn Prozent draufgepackt werden. Private Vorhaben werden mit bis zu 40 Prozent bezuschusst.

Sind schon Projekte angemeldet worden? Nein, es gibt aber bereits gut 30 Ideen, die nun konkretisiert werden und bei denen dann geprüft wird, ob sie förderungswürdig sind. Unterstützt werden könnten beispielsweise Projekte zur Umsetzung des vor Kurzem vorgestellten Konzepts zur Sicherung der medizinischen Versorgung im Kreis Vulkaneifel (der TV berichtete). Das 86 000 Euro teure Konzept selbst ist mit Geld aus dem Leaderprogramm gefördert worden.