Gelungener Guss der Friedhofsglocke

Gelungener Guss der Friedhofsglocke

Der Auftakt des Fests mit Eröffnung der Ausstellung im Bürgerhaus und der Vorstellung der Chronik ist gemacht, und mit einer Handglocke - womit wohl sonst in Brockscheid! - macht Ortsbürgermeister Lothar Schneider die Gäste auf den nächsten Höhepunkt aufmerksam: Der Glockenguss steht an!Der findet einige Meter vom Festplatz entfernt in der Eifeler Glockengießerei statt, wo Cornelia Mark-Maas die Chefin ist. Etwa 200 Leute sind gekommen, um den Guss der neuen Brockscheider Friedhofsglocke und von drei weiteren mitzuerleben.

Bis die Vorbereitungen in der Halle erledigt sind, müssen sich die Besucher noch etwas gedulden. Aber dann dürfen sie rein, teilweise sogar ziemlich nah, aber immer mit gebührendem Abstand wegen Spritzgefahr und Funkenflug. Draußen ist es an diesem Nachmittag schon heiß, und in der Nähe des Ofens wird es eine recht schweißtreibende Angelegenheit. Außerdem ist es staubig und es riecht nach Brikett. Das Reinigen der Kanäle mit Druckluft sei ein sicheres Zeichen, dass es gleich losgehe, erklärt ein "Eingeweihter" den Umstehenden. Dann gibt es doch noch eine kleine Verzögerung. Cornelia Mark-Maas hat eine Probe aus dem Ofen genommen. "Zu wenig Zinn", sagt sie und reicht Glockengießer Michael Schmitt einen Barren des Silber glänzenden Metalls. Sie bittet die Zuschauer um absolute Ruhe - "damit wir untereinander die Kommandos gut verstehen", erklärt sie. Kaplan Marco Weber (Gillenfeld) spricht ein Segensgebet. Die Glockengießermeisterin öffnet den Ofen, das flüssige Metall beginnt zu rinnen, Funken fliegen, Rauch steigt auf. Keine zehn Minuten dauert es, bis die Brockscheider Glocke und drei weitere gegossen sind. "Alles gut gelaufen", ruft Cornelia Mark-Maas den Menschen zu. Sie applaudieren. Der Kaplan stimmt "Großer Gott, wir loben dich" an. Die Glockengießermeisterin nennt im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund den Grund dafür, dass sie die Glocke stiftet: "Weil ich mit dem Dorf verbunden bin und weil ich bei den Beerdigungen meiner Eltern auf dem Weg von der Kirche zu den Gräbern das Glockengeläut vermisst habe." 1840 wurde Glockengießer August Mark in Brockscheid sesshaft. Zuvor verbrachte er viele Jahre auf Wanderschaft, denn Glocken wurden früher immer direkt an Ort und Stelle gegossen. Die Glockengusskunst hat Brockscheid bis heute weit über die Eifel hinaus bekanntgemacht. Weltweit läuten diese besonderen Musikinstrumente. Vor diesem Hintergrund ist klar, dass die Glocke im Brockscheider Wappen neben weiteren typischen Symbolen des Orts nicht fehlen darf.bb/stsVideo ab 18 Uhr unter volksfreund.de/video