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Gemeinde Pelm beteiligt sich an Renaturierung als Hochwasserschutz - Mehrzweckhalle wird saniert

Gemeinde Pelm beteiligt sich an Renaturierung als Hochwasserschutz - Mehrzweckhalle wird saniert

Dann eben nur ein Großprojekt: In Pelm soll ebenso wie in Hinterweiler und Berlingen die Renaturierung des Berlinger Bachs in diesem Jahr in Angriff genommen werden, der beim Frühsommer-Hochwasser 2016 so viel Schaden angerichtet hat. Das andere, ebenfalls für 2017 geplante Großprojekt wird verschoben: der Bau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung der B 410/L 27.

Pelm. 2017 sollte eigentlich ein ganz wichtiges Projekt für Pelm realisiert werden, nun wird es auf 2018 geschoben: die Umwandlung der Einmündung von L 27 in die B 410 in einen Kreisverkehr. Die Vertreter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Gerolstein hätten ihm vor geraumer Zeit mitgeteilt, dass das Bauvorhaben verschoben werde, weil die B 410 an weiteren Stellen im Kreis (Hohenfels und Dockweiler) ausgebaut werde und daher nicht noch eine weitere Baustelle, die den Verkehr behindere, begonnen werden könne. Zudem fährt auf der Strecke auch die Regio-Buslinie 500. Käme eine weitere Baustelle auf der B 410 hinzu, würden die Reisenden ihre Anschlusszüge in Gerolstein oder Cochem nicht mehr erreichen.Reißender Strom

 Die Renaturierung des Baches ist eine der wichtigsten Investitionen in diesem Jahr. Die Sanierung der Sporthalle (rechts) wird fortgesetzt.
Die Renaturierung des Baches ist eine der wichtigsten Investitionen in diesem Jahr. Die Sanierung der Sporthalle (rechts) wird fortgesetzt. Foto: (e_gero )
 Dank der Steuereinnahmen von der Firma Lhoist, früher Akdolit, hat die Gemeinde einen gewissen Gestaltungsspielraum.
Dank der Steuereinnahmen von der Firma Lhoist, früher Akdolit, hat die Gemeinde einen gewissen Gestaltungsspielraum. Foto: (e_gero )
Gemeinde Pelm beteiligt sich an Renaturierung als Hochwasserschutz - Mehrzweckhalle wird saniert
Foto: (e_gero )


Pelms Ortsbürgermeister Leo Meeth nimmt es gelassen: "Die Pelmer warten schon lange darauf, wenn es jetzt aber erst 2018 wird, ist das auch kein Beinbruch. Es kommt ja."
Ein gravierendes Ereignis, das bis heute nachwirkt, war allerdings das Hochwasser im Frühsommer vergangenen Jahres, das aus dem Berlinger Bach einen reißenden Strom machte, der Keller, Häuser und Straßen überflutete, beziehungsweise unterspülte und so für viel Ungemach gesorgt hatte. "Das brach völlig überraschend über uns herein und hat auch in Pelm große Schäden angerichtet", berichtet der Ortsbürgermeister.
Daher hat sich die Gemeinde mit Berlingen und Hinterweiler zusammengetan und beantragt, das Gewässer renaturieren zu wollen - über das Projekt Blau plus, bei dem das Land 90 Prozent der Kosten übernimmt. Veranschlagt ist das Vorhaben mit 1,1 Millionen Euro, auf Pelm sollen letztlich noch 33 000 Euro Eigenanteil entfallen. "Das Bachbett ist bei uns weitgehend kanalisiert, außerdem kommt bei uns unten im Tal alles an. Daher muss das gemeinsam angepackt werden", sagt Meeth. Er hofft, dass noch in diesem Jahr mit den Arbeiten begonnen wird und große Überflutungsgebiete geschaffen werden, "damit wir das nicht noch einmal erleben müssen", betont der Ortsbürgermeister.
Dauerhaft der Vergangenheit angehören sollen auch die hohen Strom- und Heizkosten für die Turn- und Mehrzweckhalle (Baujahr 1972). Nachdem die Nachtspeicherheizung kaputtgegangen ist, hat die Gemeinde sie durch eine Gastherme für 8000 Euro ersetzt.
Außerdem hat sie im vergangenen Jahr die Hälfte aller Fenster und Türen ersetzt sowie eine Wand mit Glasbausteinen herausgebrochen. "Und zwar mit sehr viel Eigenleistung durch unsere Aktiv-Truppe, worauf ich richtig stolz bin", berichtet der Ortsbürgermeister.Und in diesem Jahr soll es mit der Sanierung weitergehen. Dafür werden im Haushalt 15 000 Euro bereitgestellt. "Das Klima in der Halle ist schon jetzt deutlich besser. Und ich bin mir sicher, dass die Heizkosten dadurch massiv runtergehen werden", sagt Meeth.
Der Sinn der Halle in der 1000-Einwohner-Gemeinde sei ohnehin nicht anzuzweifeln, denn "die ist jeden Tag belegt und wird von unseren Vereinen rege genutzt". Bei der Verbandsgemeinde hat Pelm nun einen Zuschussantrag für den Fensteraustausch über 10 000 Euro gestellt, berichtet Meeth und betont dabei, dass die Ortsgemeinde die Halle ansonsten ohne jegliche Unterstützung auf eigene Kappe betreibe. "Bei der Halle machen wir es nach dem gleichen Motto wie bei allen anderen Dingen: In kleinen Schritten das Dorf erhalten und verschönern", sagt Meeth.