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Gemeindehaus ist bald Geschichte

Gemeindehaus ist bald Geschichte

KERPEN. (nh) In den nächsten Tagen wird das alte Gemeindehaus in Kerpen abgerissen, um Platz für einen Neubau zu schaffen. Kritik an dieser Entscheidung kommt vom Vorsitzenden des Kerpener Museumsvereins.

Jetzt ist es so weit: Das Kerpener Gemeindehaus, das seit 1961 diese Funktion erfüllt und zuvor lange Zeit die Dorfschule der kleinen Gemeinde war, wird abgerissen. An der gleichen Stelle wird ein neues Gemeindehaus entstehen, das den Vereinen deutlich mehr Platz bietet. "Das bisherige Gemeindehaus ist einfach zu klein”, sagt Ortsbürgermeister RudolfRaetz. Mitte Mai werde mit den Mauerarbeiten für das neue Haus begonnen, und "schon im Herbst soll das Richtfest gefeiert werden", beschreibt Raetz die weiteren Planungen. Die Kosten für den Neubau einschließlich des Abrisses beziffert der "OB" auf ungefähr 510 000 Euro. Im Vorfeld hatte es in Kerpen lange Diskussionen über den Standort gegeben: "Die Alternative war, das Haus im Ortskern zu errichten, oder einen Standort außerhalb, also etwa in der Freizeitanlage, zu suchen", sagt Raetz. Dabei habe allerdings der Standort in der Freizeitanlage mehr Nachteile gehabt, denn "die meisten Besucher hätten dorthin mit dem Auto fahren müssen, und der Verkehr wäre durch den Ortskern gegangen”. In mehreren Bürgerversammlungen und Ratssitzungen sei daher die Entscheidung für den Standort im Ortskern gefallen. Kritik, das alte Gebäude abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, kommt indes von Erwin Wirz, dem Vorsitzenden des Museumsvereins Kerpen. Er begründet seine Einwände vor allem mit historischen Gesichtspunkten: "Das Gelände, auf dem das Haus steht, ist ein uraltes Kulturgelände, und die Dorfschule sowie das Lehrerhaus waren die ersten Gebäude außerhalb der alten Stadtmauer. Sie sind fast 200 Jahre alt.""Neubau wird dem Ortskern angepasst"

Begeistert zeigt er sich außerdem von der einfachen klassizistischen Architektur der alten Schule und von der Effizienz des alten Schulsystems, die die Gebäude noch heute repräsentieren. Ortsbürgermeister Raetz räumt ein, dass es Überlegungen gegeben habe, die Fassade des alten Hauses oder sogar das gesamte Gebäude in den Neubau zu integrieren: "Die Kosten wären dadurch aber erheblich gestiegen." Zudem versicherte er, dass besonderen Wert darauf gelegt werde, den Neubau architektonisch in den Ortskern einzugliedern.