Gemeindeschwester plus: Start im Kreis Vulkaneifel zunächst nur in einer VG 

Aus dem Archiv: Dezember 2019 : Gemeindeschwester plus: Start nur in einer VG 

Damit betagte Menschen so lange wie möglich in ihrem Zuhause leben können: Das Projekt des Landes soll so schnell wie möglich an den Start gehen, aber nicht wie ursprünglich geplant zu Jahresbeginn.

Gegen Vereinsamung im Alter und für eine möglichst lange währende Selbstständigkeit: Das will das Land mit dem 2015 angelaufene Modellprojekt Gemeindeschwester plus erreichen. Vom Start vor vier Jahren an dabei ist der Eifelkreis Bitburg-Prüm, bislang gab es insgesamt 19 solcher Gemeindeschwestern plus in Rheinland-Pfalz. Nun kommen Angebote in zwölf weiteren Kommunen hinzu: unter anderem für den Kreis Ahrweiler, den Kreis Cochem-Zell, die Gemeinde Morbach sowie Mainz – und auch den Kreis Vulkaneifel. In der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses ist über den Sachstand informiert worden. Schwerpunkt des Projekts sind Hausbesuche bei hochbetagten Menschen (80 Jahre und älter) mit dem Ziel, diesen Senioren ein gesundes, zufriedenes und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, damit sie möglichst lange zuhause wohnen. Die Gemeindeschwester berät kostenlos und individuell und „ist eine tolle Ergänzung des bereits bestehenden Beratungsangebots“, sagt Dietmar Engeln, Leiter der Abteilung Soziales der Kreisverwaltung Vulkaneifel.

Zu den Hilfsangeboten zählen beispielsweise Besuchsdienste, Angebote zur Freizeitgestaltung, Hilfe bei Besorgungen und Behördengängen oder auch Mobilitätshilfen.

Das Land finanziert zusammen mit den Krankenkassen die Personal- und Sachkosten für eine volle Stelle (maximal 60 000 Euro für ein Jahr). „Mit dieser Stelle kann aber leider nicht der gesamte Landkreis abgedeckt werden“, bedauert Engeln. Deshalb sei geplant, zunächst die Verbandsgemeinde Gerolstein zu versorgen. Die Gemeindeschwester plus berate und unterstütze Menschen im Vorfeld von Pflegebedürftigkeit. Liege diese bereits vor, so seien die Pflegestützpunkte, die flächendeckend im Kreis vorhanden sind, Ansprechpartner. „Um die Reibungsverluste zwischen den Beratungsstellen zu minimieren, ist eine enge fachliche und räumliche Zusammenarbeit beider Dienste sinnvoll“, heißt es in einer Verwaltungsvorlage.

Deshalb war zunächst geplant, aus dem Pflege-Personal des Caritasverbandes Westeifel jemanden zu finden. „Diese Variante ließ sich leider nicht realisieren“, berichtet Engeln. „Deshalb wird die Stelle nun extern ausgeschrieben.“ Darum sei der Zeitplan, mit dem Projekt gleich mit Jahresbeginn zu starten, „nicht umzusetzen“.

Der Kooperationsvertrag zwischen Kreis und Caritasverband ist noch nicht unterschrieben, „aber mündlich ist schon alles geklärt“, sagt Engeln. Die Laufzeit endet allerdings schon am 31. Dezember 2020, „auch deshalb ist es uns natürlich ein Anliegen, die Stelle so schnell wie möglich zu besetzen“. Das Landesministerium habe aber schon signalisiert, dass an einer Fortführung des Angebots gearbeitet werde.