Gemeinsam auf dem Gesundheitstrip

Daun/Manderscheid · Die angekündigte touristische Fusion der drei Verbandsgemeinden Daun, Manderscheid und Ulmen nimmt Gestalt an. Am 1. Januar geht die gemeinsam getragene Gesundland Vulkaneifel GmbH an den Start. Wo sie ihren Sitz hat, ist noch offen.

 Ein markanter Punkt im Gesundland Vulkaneifel: das Weinfelder Maar. TV-Foto: Archiv/Gabi Vogelsberg

Ein markanter Punkt im Gesundland Vulkaneifel: das Weinfelder Maar. TV-Foto: Archiv/Gabi Vogelsberg

Daun/Manderscheid. Mit Blick auf den Zuschnitt des Gesundlands Vulkaneifel fragt sich so mancher: Könnte so nicht auch eine neue Verbandsgemeinde aussehen? Daran ist derzeit noch nicht zu denken. Aber dass sie zusammenarbeiten können, haben die drei Verbandsgemeinden Daun, Manderscheid und Ulmen aus drei Kreisen (Vulkaneifel, Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell) schon unter Beweis gestellt. Nun gehen sie noch einen Schritt weiter. Sie wollen den Tourismus in der Vulkaneifel neu organisieren. "Alles unter einem Dach" lautet dabei das Motto.

Die neue Struktur: Die im Fahrplan angekündigte touristische Fusion wird voraussichtlich zum Ende des Jahres abgeschlossen sein. Am 1. Januar geht die Gesundland Vulkaneifel GmbH an den Start. Sie wird von zwei Geschäftsführern geleitet, bislang sind es vier (in Daun, Manderscheid, Ulmen und Bad Bertrich). Die Posten werden laut Werner Klöckner, Gesundland-Sprecher und im Hauptamt Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Daun, "aus dem vorhandenen Personal" besetzt.
Einer bewirbt sich nicht: Michael Siebert, Touristikchef von Bad Bertrich, hat seinen Abschied zum Jahresende verkündet. Im Rennen sind auch Thomas Räthlein (Daun) und Rainer Schmitz (Manderscheid). Wo die künftigen Geschäftsführer ihren Sitz haben werden, ist noch nicht geklärt.
Anlaufstellen für Gäste bleiben erhalten: Die Tourist-Infos als Anlaufstelle für Gäste bleiben bestehen, an der Zahl der derzeit dort Beschäftigten ändert sich nichts. Aber: "Es macht nicht mehr jeder alles", sagt Klöckner. So werde es beispielsweise keine Wandertourismus-Angebote mehr spezifisch für Daun geben, sondern für das gesamte Gesundland.
Er erhofft sich von der neuen Struktur eine "größere Schlagkraft auf dem Weg, den Gesundheitstourismus noch stärker zu etablieren".
Die VG Manderscheid gibt nach Auskunft von Touristinfo-Leiter Rainer Schmitz aktuell 270 000 Euro für den Tourismus aus (inklusive Personalkosten). Für den Zusammenschluss gibt es nach seiner Auskunft eine Vorgabe: Die Beteiligten dürfen nicht mehr ausgeben, weniger wird es nach derzeitigem Stand aber auch nicht. In der VG Daun beläuft sich die Summe (inklusive Gesundland) auf rund 500 000 Euro.
Heike Boomgaarden ist Gesicht des Gesundlands: Das Gesicht des Gesundlands ist Heike Boomgaarden, die vor allem als Fernseh-Gartenexpertin bekannt ist. Klöckner hätte gerne auch den bekannten Mediziner Dietrich Grönemeyer als Botschafter verpflichtet. Dennoch: "Er hatte großes Interesse, aber vor allem wegen der Entfernung von seinem Wohnort Bochum zur Vulkaneifel könnte er das Gesundland nicht so intensiv unterstützen, wie es aus seiner Sicht nötig wäre. Wir haben mit Heike Boomgaarden einen guten Griff getan, was ihre zahlreichen Auftritte vor Ort schon bewiesen haben", sagt Klöckner. Wie sie genau honoriert wird, verrät er nicht: "Frau Boomgaarden wird für ihre Einsätze für das Gesundland nach einem Stundensatz vergütet." sts
Extra

Die drei Verbandsgemeinden hatten sich gemeinsam an einem Wettbewerb für Heilbäder und Kurorte beteiligt. Mit Erfolg: Das Konzept "Gesundheitslandschaft Vulkaneifel - Lust auf Gesundheit, Natur und Leben" gehörte 2009 zu den fünf Siegerbeiträgen. Neben der Ehre war mit dem Erfolg auch finanzielle Unterstützung verbunden: eine 80-prozentige Förderung durch das Land bei der Umsetzung des Vorhabens (bis voraussichtlich Mitte 2015), das zunächst als Gesundheitslandschaft Vulkaneifel firmierte, seit 2011 aber Gesundland Vulkaneifel heißt. Das Ziel: Die Region soll als Reiseziel im Gesundheitstourismus mit medizinischen Angeboten und Produkten für Wellness-, Rad- und Wanderurlauber etabliert werden. sts