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Wald: Gemeinsam gegen den Borkenkäfer

Wald : Gemeinsam gegen den Borkenkäfer

Soldaten in signalfarbener Arbeitskleidung - ein ungewohnter Anblick, der sich Waldbesuchern im Juli im Forstrevier Daun bot. Die Soldaten wurden eingesetzt, um den Waldbesitzern bei der Bewältigung der Waldschäden zu helfen.

(red) Dem Wald geht es schlecht. In der Dürre, die nun große Teile von Rheinland-Pfalz im dritten Jahr in Folge heimsucht, zeigen überall rotbraungefärbte Baumkronen und Waldbestände, wie sehr die Bäume unter den Folgen des Klimawandels leiden. Und dabei sind es nicht nur Fichten, die durch Stürme, Trockenheit und Käferschäden absterben. Auch andere Baumarten sind von den Schäden betroffen.

Das Ausmaß der Schäden ist mittlerweile so gewaltig, dass sie mit den vorhandenen Kräften aus den Reihen von Waldbesitzern, Waldarbeitern, Forstleuten und Forstunternehmern kaum mehr zu bewältigen sind.

„Der Wald ist nicht nur in Deutschland in Gefahr“, so der Leiter des Forstamtes Daun, Horst Womelsdorf. „Überall in Mitteleuropa leiden die Wälder unter den Veränderungen des Klimas, stehen Waldbesitzer vor den Trümmern jahrzehntelanger Aufbauarbeit, die sie an ihrem Wald geleistet haben, sind die personellen Ressourcen, die gegen das neue Waldsterben eingesetzt werden, weitgehend erschöpft.“ „Umso erfreulicher ist es, dass uns die Bundeswehr mit Soldaten aus der Heinrich-Hertz-Kaserne in Daun Unterstützung gibt“, so Gerhard Herzog, Leiter des Forstreviers Daun. „Wir haben zehn Soldaten im Stadtwald Daun und im Gemeindewald Schalkenmehren über einen Zeitraum von zwei Wochen im Einsatz gehabt. Die Männer haben uns wertvolle Hilfe geleistet, indem sie gemeinsam mit den Forstwirten Pflanzflächen für die Wiederbewaldung freigeräumt, aber auch Fichtenbestände auf frischen Borkenkäferbefall abgesucht haben.“ „Unsere Truppe“ war gut und engagiert bei der Sache“, so der Revierleiter schmunzelnd, „ich hatte den Eindruck, dass die gemeinsame Arbeit den Soldaten, aber auch den sie begleitenden Forstwirten Spaß gemacht hat.“ „Letztlich ist aber“, so Horst Womelsdorf, „all diese Arbeit nur ein Kurieren an Symptomen. Wir müssen die grundlegende Ursache für diese fatale Entwicklung mit einem umfassenden gesellschaftlichen Engagement angehen und konsequent und zeitnah Maßnahmen gegen den Klimawandel umsetzen, sonst werden die Wälder, wie wir sie kannten, bald der Vergangenheit angehören.“

Bei der Schnelligkeit, mit der sich der Klimawandel vollziehe, seien die älteren Bäume nicht mehr in der Lage, sich den geänderten Umweltbedingungen anzupassen.

„Das Bild des Waldes“, so schätzt Horst Womelsdorf, „wird sich verändern. Vermutlich werden alte, majestätische Bäume zunehmend aus dem Waldbild verschwinden, und neue Baumarten, die in einem insgesamt trockeneren und wärmeren Klima gedeihen können, werden zu unseren bisher bekannten Baumarten hinzukommen. Voraussetzung aber, dass eine Waldbestockung überhaupt erhalten werden kann, ist personelle und finanzielle Unterstützung für die Waldbesitzer. Erste Ansätze für Hilfsprogramme hat die Politik dankenswerterweise umgesetzt. Der Einsatz der Bundeswehr ist für unsere Waldbesitzer ein weiteres ermutigendes Signal, dass die Notwendigkeit einer breiten Unterstützung erkannt ist. Insofern sind wir den Soldaten für ihr engagiertes und motiviertes Engagement außerordentlich dankbar, und wir hoffen, dass wir den Einsatz unserer Bundeswehr auch in den nächsten Wochen noch fortsetzen können.“