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Natur: Gemeinsam läuft alles besser

Natur : Gemeinsam läuft alles besser

Im Sommer startete die Zusammenarbeit der beiden Museen in Strohn und Manderscheid. Mit Erfolg.

Experimentieren, anfassen, ausprobieren ist die Attraktion im Vulkanhaus in Strohn. Experimentiert wurde dort aber nicht nur in geologischer Hinsicht, sondern auch in der Fusion mit einem anderen Museum in der Nachbarschaft. Nach dem Ausscheiden der ehemaligen Museumsleiterin Irene Sartoris im Mai diesen Jahres verkündete der Strohner Ortsbürgermeister Heinz Martin umgehend die Kooperation mit dem Maarmuseum in Manderscheid, die ab Juli offiziell wurde. Die Gerüchte um Unstimmigkeiten zwischen Sartoris, einigen Mitarbeitern und der Gemeinde, sprich Heinz Martin, sind inzwischen verstummt (der TV berichtete).

Rund ein halbes Jahr ist seitdem vergangen, Grund genug, nach der heutigen Situation zu fragen. „Ich frage mich immer, warum wir das nicht schon längst gemacht haben“, sagt Martin Koziol.

Der promovierte Geologe ist Leiter des Maarmuseums und seit Mitte des Jahres auch der Macher im Vulkanhaus. Zwar sei man mitten in der Saison eingestiegen, aber inzwischen stehe das Grundgerüst, und ab nächster Woche würden die Mitarbeiter über zukünftige Fortbildungen informiert.

So habe er einen Pool von Mitarbeitern, die dann in beiden Häusern eingesetzt werden könnten, sagt Koziol.

„Zumindest haben wir die Besucherzahlen halten können“, freut sich Koziol. Und das waren in jedem Haus rund 10 000 jährlich. Bei der Zusammenarbeit hat sich inzwischen herauskristallisiert, welche Zielgruppen man besonders beachten muss: „In Manderscheid sind es überwiegend Schulklassen und in Strohn besuchen meistens Tagestouristen die Einrichtung“, sagt Koziol. Um sich gegenseitig die Besucher zuzuspielen, habe man eine Kombikarte eingeführt, auf die es einen Rabatt gibt. „So erfahren die Leute auch, dass es in Manderscheid ein Maarmuseum gibt und umgekehrt“, betont Koziol.

Nicht minder begeistert ist Strohns Ortsbürgermeister: „Die fachliche Komponente ist vollständig abgedeckt und das frühere Personalproblem gelöst. Auch die Kostensituation habe sich deutlich verbessert. Ein Grund dafür sei unter anderem, dass in besucherschwachen Monaten kein extra Kassierer anwesend sein müsse, da Eintrittskarten auch im Café gekauft werden könnten, sagt Martin, „das Café alleine weist schon ein Alleinstellungsmerkmal auf“. Denn ein Café im Museum ist selten zu finden, und in Strohn werden beide Einheiten seit etwa zwei Jahren gemeinsam geführt. Davor war das Café verpachtet.

„Wir sind wirklich ein Team“, sagt Martin und meint damit auch die Zusammenarbeit mit Manderscheid, die zukünftig noch intensiviert werden soll.

„Das gesamte Marketing wird unter dem Slogan Zwei Museen – gemeinsam sind wir stark“ ausgerichtet“, sagt Koziol. Anzeigen und Prospekte werben in Zukunft für beide Museen gleichzeitig. Experiment geglückt.