Gemeinschaftssinn wird großgeschrieben

Gemeinschaftssinn wird großgeschrieben

Der Trierische Volksfreund war im Rahmen seiner Dorffoto-Aktionen wieder in der Verbandsgemeinde Kelberg unterwegs. Das Ziel diesmal: Köttelbach. 120 Einwohner sind gekommen, um sich fotografieren zu lassen.

Kelberg-Köttelbach. Wochenlang nichts als Sonne, und ausgerechnet dann, wenn der Trierische Volksfreund mit der Dorffoto-Aktion in den Kelberger Ortsteil Köttelbach kommt, regnet es? Kurz vor dem vereinbarten Termin hat es ordentlich geschüttet, aber dann macht der Regen doch so lange Pause, bis das Foto im Kasten ist.
Köttelbach hat knapp über 230 Einwohner (mit erstem Wohnsitz), und schnell wird klar: Es werden viele von ihnen am Treffpunkt am Brunnen gegenüber der St.-Matthias-Kapelle sein. Für Ortsvorsteher Reinhold Theisen keine Überraschung: "Ich habe damit gerechnet, dass viele kommen werden."
Grillen fürs ganze Dorf


Vielleicht war es ja auch die Aussicht, vom Fototermin gleich in die Grillhütte eingeladen zu werden. Dort findet das alljährliche Dorfgrillen statt. Dazu lädt der Brauchtumsverein alle Köttelbacher ein. Apropos Brauchtumsverein: Er ist so etwas wie das "Mädchen für alles" im Kelberger Ortsteil. 2001 wurde er gegründet, nachdem sich die Dorfjugend von der Organisation der Kirmes zurückgezogen hatte.
Da sprang der neue Verein in die Bresche und ist seitdem unter anderem erfolgreich als Kirmes-Veranstalter. Der Verein ist fest verwurzelt im Dorf: "Aus praktisch jedem Haus ist jemand Mitglied", sagt Johannes Saxler, der zwölf Jahre lang Vorsitzender war.
Die gute Gemeinschaft im Dorf heben auch Sonja und Jürgen Breitbach, die mit ihren Söhnen Jan und David gekommen sind, hervor. Sie haben sich bewusst dafür entschieden, in Köttelbach zu leben. Sonja Breitbach stammt aus dem Ort, und für sie hat sich nie ernsthaft die Frage gestellt, wegzugehen: "Hier ist meine Heimat."
Bekannt ist Köttelbach auch wegen der Töpferei Serocka, die viele Gäste ins Dorf zieht. Der Ort hat seinen Namen vom Köttelbach, der durchs Dorf fließt. Erstmals erwähnt im 14. Jahrhundert, war Köttelbach lange selbstständig, bis es 1970 zu einem Ortsteil von Kelberg wurde.
Großer Andrang am Brunnen


Der große Andrang ist auch eine Herausforderung für TV-Fotograf Klaus Kimmling. Es gibt einiges zu dirigieren, schließlich soll jeder auf dem Foto zu sehen sein. Endlich hat er es geschafft, die ersten Aufnahmen sind gemacht, aber plötzlich treffen noch zwei Nachzügler ein. Kein Problem: Sie werden schnell eingereiht, und dann ist es geschafft. Das Dorffoto ist im Kasten.
Es ist eine bleibende Erinnerung für die Bürger, und wer nicht die Chance hatte, zum Termin zu kommen, kann das Bild demnächst im Gemeindehaus anschauen. Denn der Ortsvorsteher bekommt einen gerahmten Abzug des Dorffotos.
Nun ist es offiziell: 120 Köttelbacher haben sich fotografieren lassen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung: ein gutes Ergebnis, findet auch Reinhold Theisen, der "sehr zufrieden ist mit der Resonanz". Für ihn ein weiterer Beweis dafür, dass Köttelbach ein intaktes Dorf ist, mit engagierten Menschen, "denen es eben nicht egal ist, was aus dem Ort wird".
Viele Kinder und Jugendliche


Der 53-Jährige ist seit mehr als zehn Jahren "Ortsbeauftragter", der offizielle Titel für die Ortsvorsteher der Kelberger Ortsteile. Er freut sich über die vielen Kinder und Jugendlichen (um die 50), die Bevölkerungsentwicklung bereitet ihm derzeit keine Sorgen. Zudem gebe es kaum Leerstände.

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