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Dorfentwicklung: Genossenschaft wird nun auch überregional für Wohn-Modell werben

Dorfentwicklung : Genossenschaft wird nun auch überregional für Wohn-Modell werben

In der barrierefreien Wohnanlage Florinshof in Gillenfeld sind die ersten Bewohner eingezogen. Fünf Wohnungen sind aber noch frei.

In Gillenfeld ist für das laufende Jahr einiges geplant. Vor allem im Bereich digitaler Medien ist der Pulvermaarort auf dem Vormarsch. Da sei zunächst einmal der Breitbandausbau, der sich im Lauf des Jahres auch auf die Randbereiche, die bisher unberücksichtigt blieben (der TV berichtete), erstrecken werde, sagt Ortsbürgermeister Karl-Heinz Schlifter.

Ferner soll mit finanzieller Unterstützung der Kreisverwaltung eine Vulkaneifel-App für Smartphones eingerichtet werden, die so weit gehe, dass die Bürger miteinander chatten können. Auch soll man erfahren und melden können, „wo beispielsweise etwas defekt oder nicht in Ordnung ist“, sagt der Ortsbürgermeister. Ein Einkaufs- und Bürgerbustool sei ebenfalls vorgesehen. Weiterhin werde das Hochwasserschutzkonzept erweitert sowie das Neubaugebiet Kortheck weiter ausgebaut.

Mit den umliegenden Gemeinden rund ums Pulvermaar arbeite man auch touristisch zusammen, in dem gemeinsame Anzeigen und Prospekte neu erstellt werden. Im Frühjahr stattet Finanzministerin Doris Ahnen Gillenfeld einen Besuch ab, um sich über den Florinshof zu informieren. Dann steht natürlich auch die Eröffnung dieses Genossenschaftsprojekts an, „sobald die Außenanlagen fertig sind“, sagt Schlifter, der auch für weitere fünf Jahre bei der Kommunalwahl im Mai als Bürgermeister kandidieren will.

Der Florinshof macht Fortschritte, die ersten Bewohner sind eingezogen. Doch noch sind nicht alle Wohnungen, die bereits neue Mieter im Florinshof in Gillenfeld gefunden haben, bezugsbereit. Aber mit Hochdruck wurde im Dezember vergangenen Jahres die erste Wohnung fertig gestellt. Denn Annemie Mittler und Lebensgefährte Helmut Lehnen hatten ihr Haus an der Mosel schon verkauft und keine Bleibe mehr. Die Bauarbeiten hatten sich verzögert und eine Lösung musste her. Nun aber „fühlen wir uns recht wohl in unserem neuen Zuhause“, betonen die beiden. Nun haben sie Gesellschaft, denn Adolf Blaeser und Frau Anneliese sind kurz nach ihnen eingezogen. Sie waren übrigens die ersten, die Mitglieder in der Genossenschaft am Pulvermaar wurden und sich eine neue Bleibe sicherten (der TV berichtete). „Sechs Wohnungen sind bis auf Kleinigkeiten so weit fertig“, sagt Kurt Becker, Vorstandsmitglied in der Genossenschaft, „Ende März sind aber alle bezugsfertig und die Außenanlagen, je nach Wetter, voraussichtlich bis April“.

Rund 40 Firmen, die meisten aus dem Großraum Eifel, waren an dem Bau beteiligt, der mit barrierefreien Wohnungen in zwei gegenüber liegenden Gebäuden geplant wurde. Mehrfach ist die Genossenschaft mit dem Vorzeigemodell Florinshof ausgezeichnet worden: Im Wettbewerb des Landes Rheinland-Pfalz „Mehr Mitte bitte“ ist das Projekt 2015 als Sieger hervorgegangen und in 2016 sicherte es sich den Zukunftspreis der Volksbank Rhein-Ahr-Eifel. Aber die weitere Vermarktung stagniert. Zurzeit lassen sich keine neuen Interessenten finden, „ich kann mir nicht erklären, woran das liegt“, sagt Kurt Becker, Vorstandsmitglied der Genossenschaft am Pulvermaar. „Anfangs gab es einen richtigen Run auf die Wohnungen. Sechs waren gleich am Anfang vergeben und wir dachten, das geht so weiter“. Fünf Wohnungen, zwischen 50 und 90 Quadratmeter groß, sind noch frei, darunter auch ein als Seniorenwohngemeinschaft für drei Personen gedachter Wohnkomplex. „Am 1. März wird die Caritas ihre Büroräume beziehen“, sagt Becker. Was einst für die Bewohner aus den Gemeinden rund ums Pulvermaar gedacht war, die sich in einer „sorgenden Gemeinschaft“ wohlfühlen sollten, „werden wir nun auch überregional für unser Modell werben“, sagt Becker.

Die Genossenschaft lädt für Sonntag, 10. Februar, und Sonntag, 10. März, jeweils von 13 bis 17 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Infotelefon: 06573/9530393, Internet www.genomaar.de