Genossenschaftliches Wohnen bis ins hohe Alter in Gillenfeld

Soziales : Wohnen im Ort bis ins hohe Alter

Das Projekt der Genossenschaft am Pulvermaar gelingt. Ab August werden alle Arbeiten in und um die Gebäude herum abgeschlossen sein.

Etwa sieben Jahre ist es her, als die Idee entstand – im Sinne des „Miteinanders“ und für den Aufbau einer sorgenden Gemeinschaft eine Genossenschaft zu gründen. In die Tat umgesetzt wurde dies Ende des Jahres 2014 mit 39 Menschen, die sich unter dem Namen Genossenschaft am Pulvermaar zusammenschlossen. Das Motto „Gemeinsam statt einsam“ spielte dabei die tragende Rolle und wurde mit dem Bau des „Florinshofs“ in der Holzmaarstraße verwirklicht (der TV berichtete).

Zur 1000-Jahrfeier des Dorfes im September 2016 gab es den Spatenstich und Anfang 2018 sollten die beiden geplanten Gebäude stehen und die ersten Bewohner einziehen können. Jedoch, wie so oft der Fall, mussten Verzögerungen in Kauf genommen werden.

Das zunächst vorgesehene Nahwärmenetz als Heizungssystem war nicht realisierbar, „weil wir keine Firma finden konnten, die das Vorhaben unterstützen wollte“, sagte Vorstandsmitglied Kurt Becker damals.

Zwei Monate Zeit kostete dieses Problem den Planungsfortschritt. Zudem haben Wetterverhältnisse die zügige Entwicklung des Baus aufgehalten. Was sich zunächst als richtigen Run auf die Wohnungen entwickelte, ging wenig später in Enttäuschung über. Die Vermarktung der Wohnungen stagnierte, „wir wissen auch nicht, woran es liegt“, sagte im vergangenen Jahr Kurt Becker.

Lange Zeit konnten fünf Wohnungen der insgesamt zwölf barrierefreien Einheiten nicht vergeben werden. Das hat sich aber nach dem Tag der offenen Tür im November vergangenen Jahres anders entwickelt. „Heute sind nur noch zwei Wohnungen in der Größenordnung von rund 84 und 86 Quadratmetern frei sowie die Wohngruppe, die eine Art Wohngemeinschaft darstellt“, freut sich das Vorstandsmitglied.

Im Augenblick werden die beiden Wohnblocks außen verputzt, und die Arbeiten an der Außenanlage werden laut Becker im August fertig sein. Inzwischen habe sich eine schöne Hausgemeinschaft entwickelt. „Das Motto ‚Gemeinsam statt einsam‘ hat sich bereits verinnerlicht, und eine derzeit auf Hilfe angewiesene Mitbewohnerin wird fürsorglich betreut von den anderen Bewohnern, aber auch von den gesamten Genossenschaftsmitgliedern rund ums Pulvermaar“, sagt Becker. Gemeinsame Unternehmungen seien auch schon gelaufen und werden weiterhin geplant.

Das Projekt, das bereits mehrere Preise erhalten hat, zielt nicht auf Gewinn ab, denn Überschüsse sollen in der Genossenschaft bleiben für Instandhaltungen oder auch neuen Wohnraum im Sinne der sorgenden Gemeinschaft.

Kostenmäßig sei der ehemals veranschlagte Rahmen von 2,5 Millionen Euro nicht überschritten worden, bestätigt Becker.

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