Genossenschaftsinstitute planen vorerst keine Fusionen

Genossenschaftsinstitute planen vorerst keine Fusionen

Weitere Zusammenschlüsse sind derzeit kein Thema: Das ist die zentrale Botschaft der Volks- und Raiffeisenbanken im Eifelkreis Bitburg-Prüm und Vulkaneifelkreis, die 2011 leicht gewachsen sind.

Daun/Gerolstein. Seit Jahren arbeiten die Raiffeisenbanken Irrel und Westeifel sowie die Volksbanken Bitburg, Eifel Mitte und die Sektion Vulkaneifelkreis der Volksbank RheinAhrEifel zusammen - beispielsweise bei Immobiliengeschäften, aber vor allem bei gemeinsamen Marketingaktivitäten wie dem Aufbau eines Jugendmarktkonzepts oder Sponsoring wie zuletzt beim Rheinland-Pfalz-Tages in Prüm. "Eben bei all den Dingen, die eine Bank alleine nicht oder nicht so gut leisten kann", brachte es Rudolf Rinnen, Marketingleiter der Volksbank Bitburg, bei der gemeinsamen Bilanzpressekonferenz in Daun auf den Punkt. Und da laut Klaus Peters, Vorstand der Raiffeisenbank Westeifel, "jedes der Häuser für sich stabil ist, gibt es momentan auch keine Notwendigkeit für weitere Zusammenschlüsse". Die Betonung lag dabei aber klar auf dem Moment. Das ließ auch Rainer Berlingen, Vorstand der Volksbank Eifel-Mitte und Sprecher des Marketingarbeitskreises, wie sich die Kooperation der Eifeler Genossenschaftsbanken nennt, durchblicken: "Wir arbeiten in immer mehr Bereichen zusammen. Und wenn es notwendig wird, wird es auch formal weitere Zusammenschlüsse geben. Derzeit ist das aber nicht der Fall." Sagte er und verwies auf die guten Bilanzzahlen der Häuser für 2011. Die wurden - wenngleich die Häuser selbstständig sind - addiert, um einen Eindruck von der wirtschaftlichen Stärke der Eifeler Genossenschaftsinstitute zu vermitteln. So stieg deren Bilanzsumme von 1,876 Milliarden Euro in 2010 um fast drei Prozent auf 1,932 Milliarden Euro. "Und in diesem Jahr werden wir erstmals die Zwei-Milliarden-Grenze durchstoßen", prophezeite Berlingen. "Die Werte Regionalität, Vertrauen und Sicherheit, auf denen das Geschäftsmodell der Volks- und Raiffeisenbanken basieren, werden von immer mehr Kunden geschätzt", sagte Berlingen und belegte dies mit weiteren Daten. So stieg die Zahl der Mitglieder im vergangenen Jahr um 2633 auf fast 57 000.
"Das genossenschaftliche Prinzip, bei dem die Kunden auch die Eigentümer der Bank sind, gewinnt vor allem in Zeiten des Umbruchs immer mehr Anhänger - und in solchen Zeiten befinden wir uns angesichts der Schuldenkrise, des demografischen Wandels und der Energiewende wieder", sagte Gastgeber Dietmar Pitzen von der Volksbank in Daun. Anhand der Kundeneinlagen (1,457 Milliarden Euro/ +1 Prozent) und der Kundenkredite (1,262 Milliarden Euro/+4 Prozent) machte er die Bedeutung der regionalen Verwurzelung der Genossenschaftsinstitute fest. Er sagte: "Je mehr Geld uns die Menschen aus der Region anvertrauen, umso mehr können wir auch für die Menschen und die Region tun."
Mehr als zwei Millionen Euro gezahlte Gewerbesteuer, 586 000 Euro Spenden für Jugend, Kultur und Soziales sowie eine voraussichtliche Dividende von 1,577 Millionen Euro an die Mitglieder seien klare Bekenntnisse zur Eifel. mh

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