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Gericht zweifelt nicht - Haftstrafen auf Bewährung für beide Angeklagte im Dauner Parkplatzstreit

Gericht zweifelt nicht - Haftstrafen auf Bewährung für beide Angeklagte im Dauner Parkplatzstreit

Im Fall der Parkplatzstreitigkeiten in Daun wurden die beiden Angeklagten wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung zu zehn und sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Die Verteidiger hatten auf Freispruch plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Nach wie vor weit auseinander lagen nach dem zweiten Verhandlungstag die Sichtweisen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage einerseits sowie denen der Verteidigung andererseits, was sich bei einem Nachbarschaftsstreit in einem Mehrfamilienhaus in Daun zu Beginn dieses Jahres abgespielt hat. Für den Vertreter der Staatsanwaltschaft war nach der Beweisaufnahme klar, dass sich die beiden Angeklagten der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht hatten. Die Schilderungen der drei vermeintlichen Opfer seien "glaubwürdig", deren Aussagen "ohne Widersprüche". Daher wertete er die Aussagen der Angeklagten, der Angriff habe überhaupt nicht stattgefunden, die Schilderungen seien eine Erfindung, als "reine Schutzbehauptung".
Er blieb daher beim Tatvorwurf. Und der lautet: Drei Rumänen, die seit geraumer Zeit in Deutschland leben, wird zur Last gelegt, wegen eines dauerhaften Streits um Parkplätze und zugeparkte Autos Anfang dieses Jahres eine Nachbarin, ihren Ehemann und einen weiteren Nachbarn brutal zusammengeschlagen und die am Boden liegende Frau zudem getreten zu haben. Zweien der Männer wurde nun der Prozess gemacht, der Dritte hat sich abgesetzt.
Während des ersten Prozesstags hatte die Frau ausgesagt: "Sie haben geklingelt, ich habe aufgemacht, ein Wort ergab das andere. Er hat mich eine Schlampe genannt und mir plötzlich ins Gesicht geschlagen. Ich bin gegen den Türrahmen geknallt, auf den Boden geflogen und war kurz weg. Dann nur noch Schläge und Tritte, auch gegen meinen Kopf. Und einer ist mir auf die Hand getreten, damit ich nicht abhauen kann." Laut Anklage sind auch der Ehemann und ein Nachbar, die zu Hilfe geeilt sind, getreten und geschlagen worden.Prellungen attestiert


Es wurden ärztliche Atteste verlesen, bei denen überwiegend Prellungen bei den Geschädigten ausgemacht wurden. Auf Basis dieser Informationen forderte die Staatsanwaltschaft zehn Monate Haft auf Bewährung für den Hauptangeklagten sowie 200 Stunden gemeinnützige Arbeit, sechs Monate Haft auf Bewährung und 1200 Euro Geldbuße für den Mitangeklagten.
Das Gericht entsprach dieser Forderung weitgehend, blieb aber etwas darunter und verhängte zehn und sechs Monate Haft auf Bewährung sowie 200 Stunden gemeinnützige Arbeit und 1000 Euro Geldbuße für den Frauennotruf in Trier. Richterin Julia Schmitz-Garde begründete: "Zwar gibt es in den Aussagen leichte Abweichungen, aber grundsätzlich sind sie schlüssig und nachvollziehbar. Auch die in den ärztlichen Attesten dargelegten Verletzungen passen zu den Schilderungen."
Noch ist aber unklar, ob die beiden Männer das Urteil akzeptieren. Während der Verhandlung hatten sie erneut die Anschuldigungen als reine Erfindungen dargestellt, ihre Verteidiger deswegen auf Freispruch plädiert. Diese äußerten "erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit" der drei vermeintlichen Opfer - wegen teils abweichender Aussagen und der Atteste. So sagte Verteidiger Eugen Ritzdorf: "Die festgestellten Verletzungen passen nicht zu den Schilderungen, wie sich der Angriff abgespielt haben soll. Dafür hätten sie deutlich schwerwiegender sein müssen." Daher die Forderung von ihm und seinem Kollegen Bernd Leif: "Im Zweifel für den Angeklagten." Der kam das Gericht aber nicht nach.