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Gerolstein bekommt neue Rettungswache

Gerolstein bekommt neue Rettungswache

Der Rettungsdienst Eifel-Mosel-Hunsrück des Deutschen-Roten-Kreuzes (DRK) will 1,5 Millionen Euro in den Bau einer neuen Rettungswache in Gerolstein investieren. Nach langem Hin und Her zwischen dem Rettungsdienst und der Stadt steht dem Vorhaben nun nichts mehr im Weg, der Baustart steht kurz bevor.

Gerolstein. Vor dem Neubau der neuen Rettungswache in Gerolstein kommt die Beseitigung des alten DRK-Heims. Und der soll schon bald beginnen. "Direkt nach Ostern legen wir mit dem Abriss der bestehenden Gebäude los. Dafür sind zwei Wochen veranschlagt. Danach geht es sofort mit dem Neubau weiter", sagt Architekt Werner Ritter aus Uersfeld. Bis Ende des Jahres will der Rettungsdienst in die neuen Gebäude an der Einmündung der Straße Unter den Dolomiten in die Lindenstraße einziehen - trotz der Verzögerung durch die langen Verhandlungen mit der Stadt.
Geplant ist zum einen eine Garage für vier Fahrzeuge, zum anderen das eigentliche Rettungsdienstgebäude mit Umkleiden im Erdgeschoss und Aufenthalts-, Schlaf- und Schulungsräumen sowie einer Küche im Obergeschoss. Denn Gerolstein ist neben Daun, Wittlich und Bernkastel eine von vier Lehrrettungswachen des Rettungsdienstes Eifel-Mosel-Hunsrück. "Derzeit haben wir 19 Auszubildende zum Rettungsassistenten", sagt Udo Horn, Leiter des DRK-Rettungsdienstes.
Alte Wache viel zu klein


Vor allem soll der neue Standort für bessere Arbeitsbedingungen sorgen. Die bisherige Rettungswache am Krankenhaus ist eng, und er entspricht nicht mehr den Erfordernissen. Vor rund 25 Jahren in Betrieb genommen, war die Wache für ein Fahrzeug ausgelegt. Mittlerweile sind es vier.
Zehn Rettungsassistenten, ein halbes Dutzend weitere Kräfte und bis zu zehn Ehrenamtler sind dort beschäftigt - und zwar Männer und Frauen. Dennoch gibt es nur eine Dusche und eine Toilette. Außerdem fehlt eine Desinfektionsschleuse, so dass die Retter nach ihren Einsätzen direkt von der Garage in den Aufenthaltsraum gehen.
Ilse Pazen-Prinz, Geschäftsführerin des DRK-Rettungsdienstes Eifel-Mosel-Hunsrück, fasst das so zusammen: "Unsere Leute arbeiten, wohnen und essen in einem Raum." Daher seien alle froh, dass sich das bald ändere.
Auch vom Standort ist die Geschäftsführerin überzeugt: "Von den Möglichkeiten in Gerolstein war dies das optimale Grundstück." Wegen der vorgegebenen Einsatzzeiten sollte es auf jeden Fall ein Grundstück rechts der Kyll sein, um die Regionen im Norden des Kreises zeitnah zu erreichen. Müssten die Einsatzfahrzeuge erst durch das Nadelöhr Hochbrücke, sei dies nicht immer zu gewährleisten. Und die Einmündung der Straße Unter den Dolomiten in die viel befahrene Lindenstraße, die vor allem vonseiten der Stadt als kritisch angesehen wird, sehen die Retter auch nicht als Problem an. Udo Horn sagt: "Wir fahren da heute schon stets zu unseren Einsätzen raus. Und einen Unfall hatten wir dort noch nie." Und falls das Verkehrsaufkommen in der Zukunft deutlich zunehme, könne man immer noch über eine Ampellösung nachdenken, meint Horn.
Von Anfang an favorisiert


Gerolsteins Stadtbürgermeister Bernd May (parteilos) ist ebenfalls zufrieden mit der Einigung. Er sagt: "Das Ergebnis ist gut. Die Stadt hat ihre zustehenden Ansprüche geltend gemacht, und die Rettungswache bleibt in Gerolstein."
Dieses Ergebnis hätte man laut May aber bereits "ein Jahr früher haben können, wenn man direkt auf die Stadt eingegangen wäre". Es sei aber vonseiten des Rettungsdienstes und vor allem des DRK-Ortsvereins nach Einschätzung des Stadtbürgermeisters eine andere Verhandlungstaktik gewählt worden. May: "In den Gesprächen ist permanent subtil damit gedroht worden: Wenn ihr nicht wollt, geht die Rettungswache für Gerolstein verloren. Und dann sollt ihr Mal sehen, was in der Stadt los ist."
Dabei habe die Stadt dem Rettungsdienst mehrere Alternativgrundstücke angeboten: am Kreisverkehr an der Hochbrücke und im Industriegebiet. Der Rettungsdienst Eifel-Mosel-Hunsrück (siehe Extra) hat aber von vornherein das nun gewählte Grundstück favorisiert - und letztlich vom DRK-Ortsverband Gerolstein die Begegnungsstätte in der Lindenstraße samt 3200 Quadratmeter großem Grundstück als Standort für die neue Rettungswache gekauft.
Die Stadt, obwohl nicht Vertragspartner, hatte aber ein Vorkaufsrecht für das Grundstück und Rechte aus einem Vertrag von 1995 mit dem Ortsverband. Dem hatte sie das Areal damals zu einem "Vorzugspreis" überlassen.
Bei einer Weiterveräußerung stand der Stadt dafür eine Ausgleichzahlung zu. Und um die beziehungsweise deren Höhe stritten Rettungsdienst und Stadt die vergangenen Monate. "Wir haben uns geeinigt, die Verträge sind unterzeichnet.
Das ist das Wichtigste", sagt Ilse Pazen-Prinz, Geschäftsführerin des DRK-Rettungsdienstes Eifel-Mosel-Hunsrück. Über die Höhe der Abfindung wollte sie nichts sagen. Nur so viel: "Da gingen die Vorstellungen auseinander." Nach TV-Informationen liegen sie bei 25 000 in Euro.Extra

Der Rettungsdienst Eifel-Mosel-Hunsrück besteht seit 1997. Er unterhält rund um die Uhr im Auftrag der Landkreises Bernkastel-Wittlich und Vulkaneifel zehn Rettungswachen: Die sechs im Kreis Bernkastel-Wittlich sind in Thalfang, Morbach, Traben-Trarbach, Bernkastel-Kues, Wittlich und Manderscheid, die vier im Kreis Vulkaneifel sind in Daun, Kelberg, Gerolstein und Jünkerath. Zudem ist der Rettungsdienst an der Besetzung der Trierer Leitstelle personell beteiligt. Beim kreisübergreifenden Rettungsdienst sind 230 haupt- und nebenamtliche Mitarbeiter beschäftigt. mh