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Gerolsteiner baut in der Brunnenstraße drei Speichertanks mit 1,2 Millionen Litern Fassungsvermögen

Infrastruktur : Na sowas: Es tut sich ja doch noch was auf dem Brunnengelände

Gerolsteiner baut auf dem Areal in der Brunnenstraße drei Speichertanks mit 1,2 Millionen Litern Fassungsvermögen, und ab September wird auf dem Gelände für ein halbes Jahr Leergut sortiert.

Sie werden auf jeden Fall rund und hoch, die drei Gebilde, die auf dem Gelände des Gerolsteiner Brunnens in der Innenstadt entstehen. Doch was dort genau gebaut wird, wusste (außer den Verantwortlichen) keiner so recht. Der TV hat deshalb bei der Geschäftsführung des Gerolsteiner Brunnens nachgefragt – und nun auch Antwort bekommen. „Wir bauen dort drei Puffertanks aus Edelstahl, die jeweils 400 000 Liter fassen. Damit können wir unsere Quellen gleichmäßiger und somit schonender betreiben“, sagt Joachim Schwarz, kaufmännischer Geschäftsführer des Mineralwasserkonzerns. Also auch am Wochenende, wenn sie derzeit nicht angezapft werden. Dafür müssen die Pumpen dann nicht auf Hochdruck laufen, wenn der Bedarf sehr hoch ist. Und: Durch die kontinuierliche Entnahme bleibt laut Schwarz die Mineralisierung des Wassers konstant.  

Nachdem die drei runden Sockel bereits betoniert sind, sind Arbeiter einer Spezialfirma derzeit damit beschäftigt, aus Tonnen von Edelstahlblech bahnenweise die zylinderförmigen Türme, die letztlich 15 Meter hoch und einen Durchmesser von sieben Metern haben werden, zusammenzuschweißen. Und das soll, obwohl es filigrane Handarbeit ist, schon bald erledigt sein, denn laut Schwarz „ist die Inbetriebnahme voraussichtlich Ende Juli geplant“. Und zuvor müssen die neuen Edelstahltanks ja noch an die Mineralwasserleitungen und Pumpen angeschlossen werden.

 Gegenstand vieler Diskussionen und Planungen: die Bodenplatte der ehemaligen Produktionshalle. Ab August nutzt der Gerolsteiner Brunnen sie selbst wieder, um voraussichtlich ein halbes Jahr dort Leergut zu sortieren. Was danach mit der Fläche passiert, ist weiter unklar.
Gegenstand vieler Diskussionen und Planungen: die Bodenplatte der ehemaligen Produktionshalle. Ab August nutzt der Gerolsteiner Brunnen sie selbst wieder, um voraussichtlich ein halbes Jahr dort Leergut zu sortieren. Was danach mit der Fläche passiert, ist weiter unklar. Foto: TV/Mario Hübner

Zur Gestaltung der Türme und der umgebauten und frisch verputzten Fassade der Brunnenzentrale – dem ersten Blickfang bei der Einfahrt nach Gerolstein – hält sich Brunnen-Geschäftsführer Schwarz aber noch vornehm zurück („Wir überlegen noch.“). Ebenso zu den Investitionskosten. „Wir nennen diesbezüglich generell keine Zahlen“, sagt Schwarz. Auf die Nachfrage, ob es sich um eine Übergangs- oder Dauerlösung handele, meint er dann aber doch noch: „Für eine Übergangslösung ist das zu teuer.“

 Per Kranwagen werden die Tanks angehoben, damit die Arbeiter sie aus Edelstahlblechen zusammenschweißen können.
Per Kranwagen werden die Tanks angehoben, damit die Arbeiter sie aus Edelstahlblechen zusammenschweißen können. Foto: TV/Mario Hübner

Für einen Übergangszeitaum von  einem halben Jahr – von Anfang September bis Ende Februar 2020 – wird der Mineralwasserkonzern zudem auch den Rest seines innerstädtischen Geländes wieder für eigene Zwecke nutzen. Auf der Bodenplatte der ehemaligen Produktionshalle sollen die neuen 0,75-Liter-Mehrweg-Glasflaschen in die neugestalteten Kisten sortiert werden, die der Brunnen zeitnah einführt – und dafür die traditionelle Perlenflasche   der Genossenschaft Deutscher Brunnen aus seinem Sortiment nimmt.

Zur Vorbereitung dieser großen Umstellung (Schwarz: „Glas erlebt ein Comeback.“) sind umfangreiche Sortierarbeiten erforderlich: 2,7 Millionen Kästen müssen mit gut 32 Millionen Glasflaschen bestückt, auf Paletten gesetzt, gelagert, und dann nach und nach in den Produktionsablauf integriert und zur Abfüllung gebracht werden. Dafür wird auf dem Gelände in der Brunnenstraße ein großes Zelt errichtet.

„Leider lässt es sich nicht vermeiden, dass das Bestücken der Kisten und Transportieren der Glasflaschen mit einem gewissen Geräuschaufkommen verbunden sind. Wir bemühen uns, die Unannehmlichkeiten so gering wie möglich zu halten“, betont Schwarz und bittet die Anwohner und alle anderen Betroffenen um Verständnis.

Die Sortierung erfolgt werktags von 7 bis 18 Uhr. Die Kisten werden anschließend in der Brunnenstraße gelagert und im April und Mai 2020 in die Produktionsstätte im Vulkanring gebracht.

Und was passiert anschließend mit dem Gelände, wo der Gerolsteiner Brunnen Ende bereits 2013 den Betrieb eingestellt, es für die Stadtentwicklung geöffnet hat und das Vorhaben nach schleppender Planung und Meinungsverschiedenheiten im Sommer 2018 vorerst auf Eis gelegt hat? Darauf sagt Schwarz nur: „Ich bin gar nicht so böse darum, dass jetzt erst mal Ruhe ist. Solange kann sich das Gelände als Biotop weiterentwickeln.“