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Gerolsteiner Bürgerinitiative bringt sich in Corona-Bekämpfung ein

Mutmacher : Bürgerinitiative aus Gerolstein sagt Virus den Kampf an

Masken nähen, Spendensammeln für Schutzausrüstungen, unter andere für das Gerolsteiner Krankenhaus, Altersheime, Kitas und die Lebenshilfe: In der Corona-Krise zeigt eine Bürgerinitiative, wie Zusammenhalt geht.

Nachdem Gotthard Lenzen, Ortsvorsteher des Gerolsteiner Stadtteils Roth, und der Gerolsteiner Arzt Norbert Brochhausen Ende März um Unterstützung für die Hilfsaktion im Trierischen Volksfreund aufriefen, ging die Resonanz darauf durch die Decke. „Stand heute nähen rund 35 engagierte Frauen aus der Vulkaneifel und dem Kreis Bitburg-Prüm sogenannte „Behelf-Mund-Nasen-Masken“ aus Stoff“, berichtet Lenzen. „Insgesamt haben wir rund 3000 Stück angefertigt und verteilt.“

Empfänger der Masken waren bisher vornehmlich Risikogruppen in der Region, beispielsweise Einrichtungen wie Seniorenzentren, aber auch an alle Kindertagesstätten in der Verbandsgemeinde Gerolstein. Anfragen für die Masken gäbe es zuhauf - auch Unternehmen, die täglich im Kundenkontakt stünden, hätten angefragt und Masken erhalten, erzählt Lenzen. „Geld will die Bürgerinitiative von den Firmen für die Masken nicht, Spenden sind willkommen.“

Aber das sei noch nicht alles: „Es wurden unzählige Flaschen mit Desinfektionsmitteln abgefüllt, die Masken mussten gebügelt, desinfiziert und verpackt werden und schließlich von weiteren Ehrenamtlichen an die Bestimmungsorte verbracht werden.“ Wie viele Eifeler an den Hilfsmaßnahmen beteiligt seien, wüsste er gar nicht genau, erzählt Lenzen, der im Gerolsteiner Stadtrat Fraktionssprecher der CDU ist. Doch man könne all den ehrenamtlichen Helfern gar nicht genug danken. „Alles geschieht in Eigenregie und Eigenleistung, keiner der Unterstützer sieht für seinen Einsatz auch nur einen Cent.“

Und trotzdem ginge es selbstverständlich auch um Geld, um die Corona-Epidemie wirksam zu bekämpfen: „Es sind inzwischen mehrere Tausend Euro an Spendengeldern zusammengekommen, die sofort wieder in die Virusbekämpfung fließen“, berichten Norbert Brochhausen und Gotthard Lenzen.

Logo Mutmacher PRINT Foto: TV/Schramm, Johannes

Erste Sachspenden wurden an das Gerolsteiner St.-Elisabeth-Krankenhaus und den Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) übergeben. „Das Krankenhaus, das vor einigen Wochen in eine Corona-Klinik umstrukturiert wurde, erhält von der Bürgerinitiative einen Überwachungsmonitor“, sagt Norbert Brochhausen.

 Das Gerät messe den Blutdruck und die Sauerstoffsättigung im Blut der Patienten — die Anschaffungskosten liege bei rund 1600 Euro. Der DRK-Rettungsdienst ist mit Schutzvisieren, Masken und Fiebermessgeräten ausgestattet worden. „Wir helfen euch gerne weiter“ sagt Gotthard Lenzen im Gespräch mit Winfried Kleis, dem Leiter des Rettungsdiensts. „Sagt, was ihr braucht, es sind noch Spendengelder vorhanden.“

Der uneingeschränkte Weiterbetrieb des Gerolsteiner Krankenhauses, der dazugehörige Notarztstandort und die Rettungswache sind Lenzen und Brochhausen besonders wichtig. „Es hat sich in dieser Krise herausgestellt, dass diese Einrichtungen für Bürgerinnen und Bürger aus Gerolstein und den umligenden Gemeinden unverzichtbar sind, gleiches gilt auch für die hausärtzliche Versorgung vor Ort“, sagt Lenzen. Für den Erhalt der Institution gelte es zu kämpfen.

Der Zusammenhalt, den die Bürgerinitiative „Bürger gegen Corona“ in der Krise zeigt, mag in Zukunft für den Erhalt der ärztlichen Versorgung in der Vulkaneifel noch vonnöten sein.