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Gerolsteiner Dolomiten sind die höchsten Dolomitfelsen in der Region

Landmarke : Wo sich schon die Römer wohl fühlten

Die Gerolsteiner Dolomiten sind die höchsten Dolomitfelsen in der Region. Sie wirken wie ein Filter für das Wasser. Wanderer können immer wieder etwas Neues entdecken.

Schon von weitem kann man die Dolomitfelsen von Gerolstein sehen. Die Hustley, die Munterley, die Drohende Ley, die Große Kanzel und der Auberg sind zu Wahrzeichen der Stadt geworden. Jens Koppka vom Naturkundemuseum Gerolstein berichtet: „Die Menschen waren schon sehr früh angezogen von den Felsen, Neandertaler waren hier, was sich anhand von gefundenen Steinwerkzeugen wie Faustkeilen, Elfenbeinringen und Pfeilspitzen, nachweisen lässt.“

In der letzten Eiszeit hatten die Menschen hier gute Lebensbedingungen. In den Tälern grasten Mammuts, es gab viele Tiere zum Jagen und die Fische in der Kyll, dazu Heil- und Mineralquellen. Die Römer haben sich hier auch wohl gefühlt; eine römische Tempelanlage kann man heute noch auf dem Felsplateau besuchen. „Hierher wurde vielleicht schon zu römischer Zeit hin gepilgert“, vermutet der Experte. Entstanden ist die Gesteinsformation schon vor 380 Millionen Jahren, als es dort noch ein Flachmeer war – mit subtropischen Verhältnissen, mächtigen Riffen und Korallen.

Durch komplexe Faltungen sind Mulden entstanden. Die Dolomiten sind Kern der Kalkmulde. Der bekannteste Gipfel der Gerolsteiner Dolomiten ist die „Munterley“ mit 482 Metern. Von dort aus hat man eine sehr schöne Sicht auf Gerolstein. Insgesamt ist die Fläche der Gerolsteiner Dolomiten 102 Hektar groß und seit 1990 Naturschutzgebiet. „Die Dolomitfelsen wirken für das Gerolsteiner Wasser wie ein Filter. Keime und Belastungen werden abgesondert“, erklärt Jens Koppka. Zudem gibt es im Umfeld einige Magerkalkwiesen, die für viele Schmetterlinge und Insekten wichtig sind.

Auf den Wanderwegen, die durch die Dolomiten führen, beispielsweise die „Dolomiten Acht“ oder der Felsenpfad, der bis zur Kasselburg geht, kann man einiges entdecken. Auf dem Weg zur Buchenlochhöhle geht man beispielsweise wie durch einen Märchenwald mit einer Treppe aus Baumwurzeln, meterhohen, geraden Felswänden, Moos in allen Schattierungen und uralten Buchen. Man könnte den schmalen Pfad, der an der höher gelegenen Buchenlochhöhle vorbeiführt, fast übersehen, wenn nicht eine steile Holztreppe zu ihr hinaufführen würde. Von unten ist nur eine große ovale Öffnung sichtbar.

Zwischen sechs und zehn Grad ist es im Inneren der Höhle, die Luft frisch und klar. Sie liegt auf 500 Meter Höhe etwa 140 Meter über dem Flussbett der Kyll, am Westhang des Felsmassivs. Sie ist 30 Meter lang und bis zu vier Metern hoch.

Im Zweiten Weltkrieg hat sie vielen Menschen Schutz geboten. Im Winter 1944/1945 haben dort etwa 30 Menschen für mehrere Monate Unterschlupf gefunden. Jede Familie hatte eine Nische, in der Stellagenbetten standen. Gekocht wurde gemeinsam auf einem Feuer.

Die Buchenlochhöhe ist vor mehreren Hunderttausend Jahren entstanden als das Munterley-Plateau noch im Grundwasserbereich lag. Im Kalkgestein gab es verschiedene Klüfte, durch die das Niederschlagswasser in Grundwasser sicherte. Da das Wasser durch das CO2 aus der Luft und der Atmung der Mikroorganismen leicht sauer war, zersetzte es das Gestein. Bei der nächsten Hebung des Gebirges ist das Wasser dann herausgelaufen, und die Höhle ist übriggeblieben.

In den Gerolsteiner Dolomiten leben Fledermäuse, man kann Wacholder und Orchideen finden. Er ist ein Hainsimsen-Buchenwald Lebensraum, der auf einen sauren Boden hinweist, indem die Rotbuche dominierend ist und in der die Weiße Hainsimse, ein unscheinbares Sauergras, zu finden ist. Jens Kopkpa empfiehlt: „Wenn man mit offenen Augen durch die Dolomiten wandert, kann man immer wieder Spannendes entdecken, beispielsweise die aufsteigenden CO2 Blasen in der Kyll oder die Skabiosenarten an den Wiesen.“

Besucher in der Buchenlochhöhle. Foto: Christina Bents
Ein Blick aus der Buchenlochhöhle. Foto: Christina Bents

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