Gerolsteiner Nagelbomben-Fund: Anklage gegen 33-Jährigen
Trier · Wegen des Besitzes einer Nagelbombe muss sich ein 33-Jähriger aus Gerolstein (Kreis Vulkaneifel) demnächst vor dem Amtsgericht Wittlich verantworten. Die Staatsanwaltschaft Trier teilte am Donnerstag mit, sie habe den Mann unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz angeklagt.
Mögliche Anschlagspläne des 33-Jährigen mit einem rechtsextremen Hintergrund hätten sich im Zuge der Ermittlungen nicht bestätigt. Es seien auch keine Verbindungen des Mannes in die rechtsextreme Szene festgestellt worden, teilte die Anklagebehörde mit. Der Mann will die Bombe von einem Bekannten erhalten haben.
Nach wie vor sei aber unklar, warum der 33-Jährige den mit Stahlstiften ummantelten Sprengkörper in seiner Wohnung aufbewahrte. Beamte des Zollfahndungsamtes Frankfurt hatten die Nagelbombe bei einer Hausdurchsuchung gefunden. Der Sprengkörper wurde sichergestellt und von Experten des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz gesprengt. Die Kriminaldirektion Trier übernahm die Ermittlungen und durchsuchte die Wohnung zwei Tage später erneut. Dabei fanden die Ermittler keine weiteren Sprengmittel, stellten aber 150 Gramm Amphetamin sicher.
Die Staatsanwaltschaft klagte den Mann auch wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels an: Er soll 2013 in 33 Fällen jeweils 10 bis 15 Gramm Amphetamin an Abnehmer verkauft haben. In seiner Wohnung wurden knapp 200 Gramm Amphetamin sichergestellt. Der 33-Jährige sitzt in Untersuchungshaft.