Geschäftspartner vor Gericht

Geschäftspartner vor Gericht

Weil er einen Geschäftspartner wegen Unstimmigkeiten würgte, wurde ein 51-jähriger Niederländer, der in der Verbandsgemeinde Arzfeld lebt, zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Dauner Amtsgericht sah die gefährliche Körperverletzung als bewiesen an. Obwohl der Immobilienmakler die Handgreiflichkeiten bestritt, akzeptierte er das Urteil.

Den diesjährigen Valentinstag werden die beiden Geschäftspartner nicht als "Tag der Liebenden" verbuchen. Vielmehr wurde am 14. Februar das Ende ihrer Geschäftsbeziehung besiegelt. Der Niederländer würgte nach einem Disput den Unternehmer aus der Verbandsgemeinde Gerolstein in dessen Küche. Der Angeklagte behauptet jedoch während der Verhandlung: "Ich habe ihn nicht angefasst, sondern nur lautstark meine Forderungen gestellt." Der Eifeler Unternehmer kontert: "Er kam schon völlig aufgebracht an. Zunächst dachte ich, es sei etwas im privaten Bereich passiert." Beruhigungsversuche seien fehlgeschlagen. Als er sich umdrehte, um dem ehemaligen Geschäftsfreund am Kaffeeautomaten eine Tasse Kaffee zu brühen, habe dieser unverhofft zugepackt. Nur mit Mühe habe er sich aus dem Würgegriff des kräftigen Niederländers, der ehemals Metzger war, befreien können. Danach habe der Angreifer flugs sein Haus verlassen. Er, das Opfer, habe sich zum Arzt fahren lassen.

Das Attest erhält im Prozess eine Schlüsselfunktion, weil der Niederländer behauptet, der Eifeler wolle ihm die gefährliche Körperverletzung "anhängen". "Davon kann keine Rede sein. Vielmehr sind die Aussagen des Angeklagten reine Schutzbehauptungen", sagt Staatsanwalt Wolfgang Grölinger im Plädoyer. Auch das Verhalten des Angeklagten sei eindeutig. Bei der Aussage eines Zeugen fuhr er diesen heftig an. "Impulsiv und unberechenbar", resümiert der Staatsanwalt.
Alle Mosaiksteinchen passen zusammen

Hans Schrot, vorsitzender Richter, ergänzt: "Nach den Zeugenaussagen passen alle Mosaiksteinchen zusammen. Die gefährliche Körperverletzung gilt als bewiesen, einhergehend mit dem erheblichen Risiko bis hin zum tödlichen Genickbruch." Eine Metallplatte stabilisiert nämlich seit sieben Jahre die Halswirbelsäule des Eifeler Unternehmers. Die Wirbelsäule wurde durch das Würgen ausgehebelt, es steht eine Operation an. Laut ärztlichem Attest sind danach Lähmungen nicht ausgeschlossen. Trotz all seiner Unschuldsbeteuerungen nahm der bisher nicht vorbestrafte Niederländer überraschend das Urteil (sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung, 500 Euro Geldstrafe und 1500 Euro Schmerzensgeld) an. Damit ist das Urteil rechtskräftig.