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Geschichte des Maarkreuzes: 90 Jahre über der Eifel in Schalkenmehren

Geschichte : Das Maarkreuz: 90 Jahre über der Eifel

Es ist ein Wahrzeichen von Schalkenmehren. Doch wer hat es gebaut? Und wieso überhaupt? Die Geschichte des Maar-Notkreuzes.

(bs) Die Geschichte des Maar-Notkreuzes auf der Senheld ist eng mit dem Ort Schalkenmehren verbunden. Das Kreuz hat seinen ursprünglichen Standort nicht mehr, wurde bereits mehrmals umgesetzt und steht 2022 nun 90 Jahre auf der Eifeler Anhöhe.  Seit 1932 ist es mit seinem Panoramablick Ziel vieler Eifelfreunde, Wanderer und Wallfahrer geworden.

Die Initiatoren für die Errichtung des Notkreuzes waren der Maler und Gewerbelehrer Robert Fernschild und der Bildhauer Hermann Kirch. Es sollte die Gegend beherrschen, ohne die Vulkanlandschaft störend zu verändern. Der Volksmund sagt: „Es soll der Eifel-Erde geschenkt werden, für das, was sie gab und auf der Senheld als religiöses-Kulturelles Symbol weithin sichtbar sein.“ Dieser Gedanke wurde aufgegriffen.

Dechant Michael Thomes und die Bevölkerung fassten den Beschluss, das Kreuz auf dem Bergrücken aufzustellen. Zwei mächtige Eichen fielen in der Pfingstwoche. Das nahe Sägewerk in Mehren schnitt kantige Balken aus den Stämmen, die in Schalkenmehren zusammengefügt wurden. Es wurde ein Spruch in den Balken geschnitzt: „Maarkreuz sei genannt, uns zum Heil und diesem Land. Notjahr 1932.“

Das Kreuz wurde dann feierlich am 21. Mai 1932 aufgestellt, und ein Freudenfeuer bei Musik angezündet. Jakob Schmitz aus Schalkenmehren, einer der Ersteller, meinte zum Freudenfeuer: „Das Kreuz soll ein leuchtendes Zeichen des Schutzes sein.“

Der Grund für die Erstellung war vielseitig: Die Aufstellung zeugt von großer Not, von Sorge um das täglich Brot, von Trockenheit und Hagelschlag, von anderen Leiden und verschiedenen Ängsten, die das sogenannte Notjahr 1932 mit sich brachte. Das Kreuz war ein sichtbarer Hilferuf, mit dem zum Beispiel um gute Ernten für die Heimat gebeten wurde.

Das mächtige Eichenkreuz wurde damals von 57 Schalkenmehrener Männern den Berg (Auf der Senheld) geschafft, wo bereits fleißige Hände das Fundament vorbereitet hatten. Kräftige Arme zogen das Maarkreuz in die Höhe, während im Dorf jung und alt Ausschau hielten, wann das Kreuz am Horizont erscheinen würde.

Es wird überliefert: „Nachdem das Werk vollendet war, traf man sich am neuen Kreuz. Es zog viele Pilger, Gläubige und Wanderer auf den Bergrücken mit dem herrlichen Zwei-Maare-Blick.

Als das Kreuz am 19. Juni 1932 feierlich geweiht wurde, war eine große Menschenmenge aus Schalkenmehren, Mehren, Daun und anderen Nachbargemeinden gekommen. Liebe zu ihrer Eifelheimat brachte sie zusammen und eine Andacht im Kapellchen am Weinfelder Maar beschloß die Weihestunde.“

Nun steht das Notkreuz bereits 90 Jahre, wurde von den Männern des „Neun-Maare-Dorfes“ vor Jahren erneuert und wird stets von Mitgliedern verschiedener Schalkenmehrener Vereine gepflegt. Zu dem Maar-Notkreuz mit besonderer Bedeutung gesellt sich ab 2021 auch das „Coronakreuz“ der Eifelvereinsortsgruppe Schalkenmehren auf dem Udlerweg („Kischbeehm“).