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"Geschuftet bis an die Grenze des Menschlichen"

"Geschuftet bis an die Grenze des Menschlichen"

Die sintflutartigen Regenfälle im Sommer dieses Jahres haben gezeigt, ohne das hohe Engagement von Freiwilligen Feuerwehren, Deutschem Roten Kreuz (DRK) und Technischem Hilfswerk (THW) wäre alles noch schlimmer ausgefallen. Der Kreis würdigte dieses Engagement nun mit einer Ehrung.

Daun/Gerolstein. Tage wie den 28. Mai und den 2. Juni werden vielen Menschen in der Region noch lange in Erinnerung bleiben. Denn es regnete in Strömen, und kleine Bäche traten über ihre Ufer und überschwemmten Grundstücke und Keller.

Neues Konzept


Das war so in Pelm, Rockeskyll, Rengen, Kirchweiler oder Berlingen, auch vier Betriebe in Daun und Rengen wurden dabei überschwemmt.
Hilfe gab es in dieser schweren Situation meistens von Helfern aus der Nachbarschaft oder aus den Dorfgemeinschaften und besonders den vielen Hilfsorganisationen wie der örtlichen Feuerwehr, dem DRK oder vom THW.
Auch der Kreistag Vulkaneifel lobte dieses Engagement, da es einen hohen gesellschaftlichen Wert habe. Daher sprach er sich für eine Ehrung der Helfer aus. Im Forum Daun wurde dies nun vollzogen.
Stellvertretend waren die Wehrführer der Gemeinden gekommen, denen Plaketten als Dank überreicht wurden.
Landrat Heinz-Peter Thiel ging noch einmal auf die Ereignisse ein und gab zu, dass man "den Hochwasserschutz etwas aus den Augen verloren habe", und es Versäumnisse gebe. Deshalb müsse der Kreis Vulkaneifel nun ein neues Hochwasserkonzept auflegen.
Sicher wird darin auch die Gemeinde Rockeskyll berücksichtigt, denn den Ort hatte es extrem schlimm getroffen. Am 28. Mai ging es los, riesige Erd- und Wassermassen von einem ganzen Maisfeld wälzten sich durch die Dorfmitte.
"20 Häuser waren davon betroffen und an fünf Autos entstand Totalschaden", erzählt Wehrführer Nikolaus Dres. Bis nachts um zwei Uhr haben wir gearbeitet und waren um acht Uhr morgens schon wieder da, um Keller auszupumpen und Schlamm ab zu pumpen", erinnert sich Dres.
Mit dabei waren auch die Wehren aus Neroth, Gerolstein, Lissingen, Pelm und Dockweiler, rund 100 Mann waren im Einsatz.

Einsatz bei Wind und Wetter

"Geschuftet bis an die Grenze des Menschlichen"
Foto: Helmut Gassen (HG) ("TV-Upload Gassen"
"Geschuftet bis an die Grenze des Menschlichen"
Foto: Helmut Gassen (HG) ("TV-Upload Gassen"
 Helden des Alltags: Stellvertretend für ihre Leute nehmen die Wehrführer der Verbandsgemeinden (von oben) Daun, Kelberg, Gerolstein sowie Hillesheim und Obere Kyll Plaketten entgegen. TV-Fotos (4): Helmut Gassen (3), Kreisverwaltung (1)
Helden des Alltags: Stellvertretend für ihre Leute nehmen die Wehrführer der Verbandsgemeinden (von oben) Daun, Kelberg, Gerolstein sowie Hillesheim und Obere Kyll Plaketten entgegen. TV-Fotos (4): Helmut Gassen (3), Kreisverwaltung (1) Foto: (e_daun )


"Ohne die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung wäre das alles aber nicht gegangen", lobte er die Dorfbevölkerung. Joachim Gehrke von der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Koblenz, machte deutlich, "dass so was in Zukunft häufiger passieren werde, das können wir mit ziemlicher Sicherheit sagen".
Kreisfeuerwehrinspekteur Christoph Bach dankte den Wehren "für den unermüdlichen Einsatz" und würdigte das Engagement der vielen Wehrleute. Er sagte: "Was da geleistet wurde, ist unglaublich. Diese Männer und Frauen sind bei Wind und Wetter ausgerückt und haben geschuftet bis an die Grenze des Menschlichen."