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Geselligkeit statt Eiseskälte

Geselligkeit statt Eiseskälte

UTZERATH. Jetzt wird endlich gebaut. Die Gemeinde Utzerath (VG Daun) hat für den Umbau und Ausbau des ehemaligen Gefrierhauses im Rahmen des rheinland-pfälzischen Programms "Zukunftsinitiative Ländlicher Raum" (ZIL) einen Zuschuss von fast 160 000 Euro bewilligt bekommen. Bei der Realisierung packen auch die Bürger tatkräftig mit an.

Normalerweise ist an die Fördertöpfe des Landes nicht einfach heranzukommen - und wer es versucht, muss oft sehr lange auf eine Zusage warten. Die Ortsgemeinde Utzerath hat es mit einem Antrag und in nur sieben Monaten erstaunlich schnell geschafft. Ortsbürgermeister Erhard Annen ist denn auch hoch erfreut über dieses Tempo. "Das hat schneller geklappt, als ich gedacht habe", sagt er. 159 900 Euro bekommt die Gemeinde aus dem Programm zur Dorferneuerung für den Umbau und die Erweiterung ihres ehemaligen Gefrierhauses zu einem Gemeindehaus. Das Ministerium des Inneren verweist darauf, dass die Mittel im Rahmen der rheinland-pfälzischen Schwerpunktaufgabe "Kinder und Jugendliche in der Dorferneuerung" bewilligt werden.Nur die Mauern bleiben stehen

Das 1964 gebaute Gefrierhaus wurde im September 2005 mangels Nachfrage und wegen zu hoher Kosten geschlossen. Verschiedene Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudes wurden diskutiert, und am Ende fiel der Beschluss, das Gebäude zu einem Gemeindehaus mit einem Jugendraum auszubauen. "Das war die günstigste Variante, denn wir wollen den Umbau so billig wie möglich umsetzen", sagt Erhard Annen. Zu einem Bürgerabend im vergangenen Jahr waren 60 Bürger gekommen, um sich über das weitere Vorgehen der Gemeinde zu informieren. Nach der Kostenschätzung wird das Vorhaben mit 345 900 Euro zu Buche schlagen. Neben dem Zuschuss sind Eigenleistungen in Höhe von 43 000 Euro vorgesehen, den großen Batzen von rund 150 000 Euro muss die Gemeinde finanzieren. Kürzlich wurde mit der ersten Aktion begonnen: Der Abbruch des Daches und des Giebels standen auf dem Programm, und 20 Mann aus dem Dorf packten mit an. "Ich hoffe, dass dies so bleibt, auch die Jugend will noch helfen", so Bürgermeister Annen. Die freiwilligen Arbeitseinsätze sollen wochentags am Abend und am Wochenende fortgesetzt werden. Bereits jetzt ist klar, dass die Utzerather neben dem Abbruch des Gebäudes auch die Installation der Wasserleitungen und Sanitäranlagen, die Elektroarbeiten, Trockenarbeiten und die Gestaltung der Außenanlagen in Eigenregie durch Fachkräfte übernehmen und so viel Geld sparen können. Vom alten Kühlhaus bleiben äußerlich nur noch die Grundmauern stehen und drinnen noch der ehemalige Kühlraum. Dort, wo sonst die Gefrieranlage war, werden nun die sanitären Anlagen entstehen, und wo sich einst ein kleiner Gemeinderaum befand, bekommt die Jugend des Dorfes einen eigenen Raum mit separatem Eingang. Der Haupteingang wird sich an der nördlichen Seite befinden. Im zweiten Stock des Gebäudes, der komplett neu gebaut wird, befindet sich der neue Saal, eine Küche, ein Behinderten-WC und ein Abstellraum. Diese Ebene ist auch für Behinderte zu erreichen. Unter- und Obergeschoss verbindet ein Treppenhaus. Mit einer schnellen Fertigstellung des neuen Gemeindehauses ist aber nicht zu rechnen. Bürgermeister Erhard Annen rechnet erst Ende 2007 bis Anfang 2008 mit der Einweihung des Gebäudes.