1. Region
  2. Vulkaneifel

Gesteinsabbau-Gegner machen weiter mobil

Gesteinsabbau-Gegner machen weiter mobil

Der geplante Gesteinsabbau in der Vulkaneifel ist Thema einer Informationsveranstaltung heute in Gerolstein. Die Organisatoren wollen erläutern, warum sie gegen den Entwurf des Regionalplans zur Rohstoffsicherung sind. Der sieht eine Ausweitung der Abbauflächen im Kreis auf mehr als 2000 Hektar vor.

Gerolstein/Daun/Pelm. Zwar hat der Kreistag mit dem Beschluss, seine Stellungnahme zur möglichen Erweiterung des Gesteinsabbaus zu vertagen (der TV berichtete), etwas (Zeit-)Druck vom Kessel genommen, aber "einschlafen" wird das Thema, das mittlerweile so viele Menschen in der Eifel bewegt, nicht. Dafür sorgen auch Herbert Kolle und Helmut Bell aus Pelm. Sie sind die Organisatoren einer großen Informationsveranstaltung am heutigen Montag in der Stadthalle Rondell in Gerolstein. Kommunalpolitisch aktiv sind sie zwar schon lange, aber beim Thema Gesteinsabbau sind sie leidenschaftliche Demonstranten geworden. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich mit 66 in der Garage Schilder malen würde, um damit gegen den Raubbau an unserer Heimat zu demonstrieren", sagt Kolle. Der Entwurf des Regionalplans zur Rohstoffsicherung liegt seit dem Frühjahr vor, er sieht eine Ausweitung der Rohstoffflächen im Kreis auf mehr als 2000 Hektar sowie mehrere komplett neue Abbaugebiete vor.
Jede Unterstützung hilfreich


Was das konkret für den Kreis Vulkaneifel bedeuten könnte, das werden Vertreter der Interessengemeinschaft (IG) Eifelvulkane mit Karten und Luftbildern erläutern. "Deshalb hoffen wir auf viele Gäste aus dem ganzen Kreis. Wir können nach wie vor jede Unterstützung brauchen, um das zu verhindern, was die Umsetzung der Vorschläge des Regionalplans möglich machen würde", sagen Bell und Rolle. Aus ihrer Sicht geht es um die "Vernichtung der Heimat", sollten die Pläne umgesetzt werden. "Der Entwurf sieht eine Bevorratung von Abbauflächen für Hunderte von Jahren vor. So geht es nicht, irgendwann muss auch mal Schluss sein."
Sie unterstützen die Haltung des Kreistags, der sich in einer Resolution dafür ausgesprochen hat, dass es keine neue Gruben in der Vulkaneifel geben soll. "Der Tourismus ist ein wichtiges Standbein unserer Region, aber mit noch mehr Gruben werden wir keine neuen Gäste gewinnen, sondern vielmehr abschrecken." Ihr Plädoyer: mehr Mitspracherecht bei der Entscheidung über die Zukunft des Gesteinsabbaus vor allem für die betroffenen Gemeinden. "Sie wissen doch am besten, was zumutbar ist oder nicht." Deshalb sind sie froh, dass sie neben der IG Eifelvulkane auch von der Stadt Gerolstein und der Gemeinde Pelm unterstützt werden. Den Kreistagsbeschluss begrüßen Kolle und Bell, aber nachlassen im Widerstand wollen sie deshalb nicht. "Das Thema ist in der Bevölkerung angekommen, was Tausende von Unterschriften gegen mehr Gesteinsabbau beweisen. Aber erreicht ist noch nichts, deshalb machen wir weiter, unter anderem mit der Veranstaltung im Rondell."