Daun/Gerolstein Gesundheitsminister auf Stippvisite im Krankenhaus Daun

Daun/Gerolstein · Clemens Hoch (SPD), seit Mitte Mai Gesundheitsminister von Rheinland-Pfalz, hat das Krankenhaus in Daun besucht. Was läuft gut und wo gibt es Verbesserungsbedarf?

 Bei seinem Besuch im Krankenhaus Daun hat der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD), der erst seit Mai im Amt ist, auch das Gespräch mit Pflegekräften und Ärzten gesucht, hier mit (von rechts) Krankenschwester Kimberly Schuster, Chefarzt Alfred Kuckartz und dem ärztlichen Direktor Sebastian Fürderer.

Bei seinem Besuch im Krankenhaus Daun hat der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD), der erst seit Mai im Amt ist, auch das Gespräch mit Pflegekräften und Ärzten gesucht, hier mit (von rechts) Krankenschwester Kimberly Schuster, Chefarzt Alfred Kuckartz und dem ärztlichen Direktor Sebastian Fürderer.

Foto: TV/Mario Hübner

Im gesamten Kreis keine Geburtshilfestation mehr, nur noch in der Klinik in Daun eine chirurgische Hauptfachabteilung (nach Schließung der Einrichtung im Krankenhaus Gerolstein Ende 2020), ein nachgebesserter, aber immer noch nicht rund um die Uhr zur Verfügung stehender Rettungsdienst am Standort Gerolstein sowie eine drohende Versorgungslücke bei den Hausärzten in den nächten Jahren: Bei seinem (Antritts-)Besuch auf Einladung der Landtagsabgeordneten Astrid Schmitt (SPD) im Krankenhaus Daun am Freitag ist der neue rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD), der erst seit Mitte Mai im Amt ist, vom TV mit den zentralen Fragen zur Gesundheitsversorgung im Kreis Vulkaneifel konfrontiert worden – und hat Stellung bezogen: „In den allermeisten Bereichen ist die Gesundheitsversorgung im Kreis Vulkaneifel gut aufgestellt. Noch. Und das müssen und werden wir uns ganz genau ansehen. Ich sehe es als meine Aufgabe an, den Masterplan der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum auf eine neue Stufe zu heben. In der Vergangenheit war dies ein wenig in den Hintergrund geraten.“

Als eine „große Chance“ wertet er kommunale medizinische Versorgungszentren. Dazu biete das Land Beratung an, ebenso wie finanzielle Starthilfen für Ärzte mit einem Kassensitz. Und auch das aktuelle Bestreben, Daun zum universitären Lehrkrankenhaus zu machen, begrüßte er. Laut Landrätin Julia Gieseking (SPD) wird der Kreis mit eigenem Zuschuss „wahrscheinlich zwei Stipendienplätze fördern“.

Nach seinem Rundgang durchs Haus, bei dem er mit der Geschäftsführung, Ärzten und Pflegkräften sprach, lobte der Minister das Maria-Hilf-Krankenhaus Daun als einen „tollen Standort“. Auch das Engagement an der angeschlossenen Pflegefachschule, wo derzeit 200 angehende Kranken- und Altenpfleger und -pflegerinnen unterrichtet werden, nannte er eine „sehr vorbildliche Ausbildungsleistung“ – von der nicht nur das Haus und andere Einrichtungen im Kreis, sondern die gesamte Region profitiere.

Klinik-Geschäftsführer Franz-Josef Jax sprach gegenüber dem Minister vor allem die Kapazitätsgrenzen an, an die Haus und Personal stießen: „Wir sind ein Haus mit 220 Betten und bilden derzeit 200 Pflegekräfte aus. Mehr geht nicht. Und in der Zentralen Notaufnahme (ZNA)  kommen wir mit täglich 66 Patienten im Durchschnitt auch an unsere Grenzen.“ Die Zunahme habe vor allem mit der Entwicklung in Gerolstein zu tun, wo Ende 2020 die chirurgische Hauptfachabteilung geschlossen und zuvor bereits der ärztliche Bereitschaftsdienst deutlich reduziert wurde. Dadurch würden immer mehr Patienten nach Daun kommen. Daher wurde bereits ein Antrag beim Ministerium gestellt, die ZNA um sechs Betten zu erweitern – und die Investition zu bezuschussen. Darüber sei man im engen Austausch, so der Minister. Gleiches gelte für die geplante Erneuerung der Küche, die laut Geschäftsführer Jax dringend nötig ist und 2022 über die Bühne gehen soll. Geschätzte Kosten: 3,2 Millionen Euro. Erhoffter Landeszuschuss laut Jax: „Hoffentlich 100 Prozent.“ Da ließ sich der Minisiter dann aber doch nicht zu einer Aussage bringen. Nur so viel: Wir bleiben in engem Kontakt.“ Sagte es und verabschiedete sich.

Für Detailthemen wie die dauerhafte Sicherung des Notarztdienstes und ein rund um die Uhr zur Verfügung stehender Krankentransportwagen am Standort Gerolstein oder die drohende Versorgungslücke bei Haus- und Fachärzten im Kreis war an diesem Nachmittag dann doch die Zeit sowie die Einarbeitungszeit des Ministers zu knapp.