1. Region
  2. Vulkaneifel

Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler in Daun

Krankenhausfinanzierung : Gute Nachrichten fürs Krankenhaus

Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler hat in Daun über einen rheinland-pfälzischen Bundesratsvorstoß zur Neuregelung der Krankenhausfinanzierung gesprochen. Das soll Kliniken wie die in Daun und Gerolstein sichern.

Bereits lange vor der Corona-Pandemie, unter anderem anlässlich der Schließung der Geburtshilfe am Maria-Hilf-Krankenhaus, hatten Bürgerinitiativen, Landrat Heinz-Peter Thiel und Mediziner bei der Landesregierung mehr Schubkraft für eine nachhaltige Sicherung der Krankenhausstandorte auf dem Land angemahnt. „Wir brauchten nicht erst eine Pandemie“, sagte nun Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler bei ihrem Besuch im Gesundheitsamt des Landkreises Vulkaneifel, „um zu wissen, wie notwendig der Erhalt der Krankenhäuser im ländlichen Raum ist. Auch dann, wenn die Sicherstellungszuschläge des Bundes nicht ausreichen, deren Kriterien wir in Rheinland-Pfalz schon besonders weit ausgelegt haben und die dennoch für Standorte wie Daun oder Gerolstein nicht gelten.“

Es käme bei einem Erfolg in Berlin einer gesundheitspolitischen Kehrtwende gleich, was die Ministerin auf dem Rasen zwischen Kreisverwaltung und Gesundheitsamt verkündete: „Wir haben auf Bundesebene angestoßen, das gesamte System der Fallpauschalen zu reformieren, so dass die kleinen Krankenhäuser ihre Betriebskosten künftig unabhängig davon decken können.“ Man brauche, so die Ministerin, einen gestalteten Strukturwandel, „mit den bisherigen Fallpauschalsystem jedoch verläuft er chaotisch“.

Nicht nur mit Blick auf die Krankenhauslandschaft betonte sie den Schulterschluss mit den kommunalen Verwaltungen, der stärker geworden sei. „Ich möchte den Gesundheitsämtern im Land danken, denn ohne den Verbund mit den Kommunen wäre die Pandemie kaum zu bewältigen.“

Die Mitarbeiter dort hätten monatelang kaum freie Wochenenden und reguläre Feierabende gehabt, viele von ihnen hätten sich auf neue Aufgabengebiete und Zuständigkeiten einstellen müssen. Auch viele Freiwillige wie etwa Ärzte im Ruhestand waren zur Stelle.

Das Gesundheitsministerium will nun finanziell und personell stärken. So bekommt das Gesundheitsamt des Kreises Vulkaneifel eine einmalige Sonderzahlung von mehr als 60 000 Euro. Auch rund 1000 neue Bedienstete sollen den Gesundheitsämtern im Land zur Verfügung gestellt werden.

Aber wie lockt man die zum Beispiel in die Vulkaneifel? Bätzing-Lichtenthäler räumte die generelle Schwierigkeit der Fachkräfterekrutierung ein. Doch es gebe eine neue Initiative für Studierende, die den öffentlichen Gesundheitsdienst anpeilen, vergleichbar mit der Landarztquote. „Dort haben wir schon über achtzig Bewerbungen.“

Ob jemand davon künftig in Daun arbeitet, wird sich also zeigen. Überflüssig wäre es nach Pandemie-Aspekten nicht, obwohl seit drei Wochen (Stand Samstag, 30. Mai) kein einziger neu Infizierter hinzukam. „Wir haben die Pandemie im Griff“, sagte Landrat Heinz-Peter Thiel, „aber sie ist nicht beendet.“

Daher werden auch beide Corona-Ambulanzen (Daun und Hillesheim) weiter bestehen bleiben, um die Hausarztpraxen und Krankenhäuser zu entlasten, sollte es zu einer zweiten Infektionswelle kommen. Thiel: „Man schafft doch auch den Löschwagen nicht ab, sobald die Feuerwehr einen Brand gelöscht hat.“

Ministerin Bätzing-Lichtenthäler verwies auf die „anlassbezogene Populationstestung“ auch ohne Symptome, die in Rheinland-Pfalz früher als in anderen Bundesländern strikt gehandhabt wurde und weiter wird. Was, wie Gesundheitsamtsleiter Volker Schneiders erläuterte, fortgesetzt wird. Dies bedeute allerdings nicht, dass zum Beispiel alle Feuerwehr-, Rettungsdienst- oder Pflegepersonalmitglieder getestet werden.

„Das wäre immer nur eine Momentaufnahme, und wir müssten dieselben Menschen alle zwei Tage neu testen“, sagte Schneiders. „Es muss gezielter stattfinden, um im Fall des Falles ‚vor der Welle‘ zu sein.“

Die Gesundheitsämter setzen stichprobenartig auf sogenannte Sentinel-Erhebungen gemäß den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts.