Gewerbe, Häuser und Babys boomen

Gewerbe, Häuser und Babys boomen

Ambitionierte Pläne: Wiesbaum will in diesem Jahr weitere Bauplätze erschließen, den Straßenbau im Ort sowie die Sanierung der Erlöserkapelle fertig stellen und liebäugelt zudem mit der Erweiterung des Industrie- und Gewerbeparks (IGP).

Wiesbaum. Wiesbaums Ortsbürgermeister Jakob Blum ist eigentlich zufrieden mit der aktuellen Entwicklung der Doppelgemeinde Wiesbaum-Mirbach (680 Einwohner): Seit Jahren ist der Haushalt ausgeglichen, der IGP wirft mittlerweile beachtliche Gewerbesteuer ab, die Gemeinde wächst und erfreut sich über außergewöhnlich viel Nachwuchs (der TV berichtete), die Hauptstraßen im Dorf wurden und werden ausgebaut, und mit dem neuen Radweg nach Hillesheim sowie dem Eifelsteig, der durch Mirbach führt, eröffnet sich auch touristisch großes Potenzial für die Doppelgemeinde. Bei Ortsbürgermeister Jakob Blum sind das aber noch keine Gründe für Euphorie. Zufriedenheit hört sich bei ihm in etwa so an: "Wenn die Gewerbesteuer fließt wie veranschlagt, dann können wir die Maßnahmen, die wir geplant haben, auch durchziehen.""...sonst kaufen wir die Kapelle für einen Euro"

Und wenn es nicht so läuft, wie er sich das vorstellt, dann kann er auch ungeduldig werden. Wie bei der Rest-Sanierung der Erlöserkapelle in Mirbach, für die in diesem Jahr weitere 86 000 Euro veranschlagt sind. Vor allem aber wartet die Ortsgemeinde aber auf den Zuschuss des Bistums Trier, der laut Blum "mündlich zugesagt" sei. Falls es aber 2008 nichts mehr damit wird, das Bistum die Zuschüsse (erhofft werden knapp 52 000 Euro) jedoch für 2009 schriftlich zusagt, will die Ortgemeinde vorfinanzieren. "Wir wollen das endlich erledigen", drängt Blum - und fügt an: "Ansonsten kaufen wir die Kapelle für einen Euro." Bei den veranschlagten Gewerbesteuereinnahmen von 310 000 Euro (2007 wurden 320 000 Euro eingenommen) dürfte das kein Problem sein. Nach harten Anfangsjahren brummt es im IGP mittlerweile so gut, dass Blum und Co. bereits an eine weitere Erweiterung denken: "Da einige Firmen Vorratsflächen gebunkert haben, wäre momentan eine Großansiedlung wie jüngst von Palnet nicht mehr möglich. Daher haben wir bereits erste Gespräche mit dem Land geführt." Dringend erwünscht: Häuser mit Mietwohnungen

Einer der positiven Nebeneffekte des "Booms": "Drei Leute, die im IGP arbeiten, haben in Wiesbaum ein Haus gebaut, und von etlichen Beschäftigten habe ich Anfragen nach Mietwohnungen, die aber leider nicht befriedigt werden können", berichtet Blum. Daher würde er den Bau von zwei oder drei kleineren Mehrparteien-Mietshäusern begrüßen. Angst bei den Einfamilienhausbesitzern müsse deshalb aber nicht aufkommen, da im Baugebiet Krucheler maximal eine zweigeschossige Bauweise erlaubt sei, betont Blum. Und obwohl dort noch acht Baustellen frei sind, wird auch der zweite Teil des fünften Bauabschnitts mit 18 weiteren Bauplätzen in diesem Jahr erschlossen. Kosten: 154 000 Euro.Grund für den Baubeginn ist die enorme Anhebung der Erschließungskosten. Wird jedoch noch dieses Jahr gebaut, werden laut VG-Ratsbeschluss noch die niedrigeren Sätze erhoben. "Dadurch sparen wir 56 000 Euro und dürften für die nächsten zehn Jahre Ruhe haben", begründet Blum.Mehr Belebung im Ort erhofft sich der Ortsbürgermeister hingegen vom neuen Radweg, der einerseits nach Hillesheim, andererseits ins Lampertsbachtal und den dortigen Radweg führen soll, sowie dem Eifelsteig, der Mirbach passiert. "Ich würde mich freuen, wenn dadurch ein Café oder ähnliches eröffnet würde, denn eine Kneipe gibt es im Dorf schon lange nicht mehr." Auch eine Vermietung des Mirbacher Bürgerhauses zu diesem Zweck könne er sich vorstellen, sagt Blum. HINTERGRUNDGewerbesteuer: Verantwortlich für die sprudelnden Gewerbesteuereinnahmen der Ortsgemeinde Wiesbaum ist der Industrie- und Gewerbepark (IGP) der Verbandsgemeinde Hillesheim, der auf Wiesbaumer Gemarkung errichtet wurde. Einerseits erhält die Ortsgemeinde daher die Steuereinnahmen des VG eigenen Projekts, andererseits wird sie dafür aber auch zu dessen Finanzierung doppelt zur Kasse gebeten: durch die VG-Umlage (die alle Ortsgemeinden zu zahlen haben) und eine Sonderzahlung (den Vorteilsausgleich). So zahlt Wiesbaum 2008 rund 160 000 Euro VG-Umlage und knapp 25 000 Euro Vorteilsausgleich. Der Zuschuss der VG insgesamt an den Zweckverband IGP sinkt in diesem Jahr um 20 000 Euro auf 130 000 Euro. (mh)