1. Region
  2. Vulkaneifel

Gewerbetreibende in Niederehe bangen um Existenz

Gewerbetreibende in Niederehe bangen um Existenz

Der vom Gemeinderat beschlossene Ausbau von fünf Gemeindestraßen in Niederehe sorgt schon jetzt - weit vor dem Baustart - für Unruhe. Zwei ansässige Gewebetreibende fürchten ein finanzielles Desaster, da die Bürger für den Ausbau zur Kasse gebeten werden - entsprechend der Größe ihres Grundstücks.

Üxheim-Niederehe. Konkrete Zahlen will niemand nennen. Ortsvorsteher Horst Wirtz nicht, Ortsbürgermeister Alois Reinarz nicht und auch die zuständige Bauabteilung der Verbandsgemeinde (VG) Hillesheim nicht. "Wie denn auch", heißt es von allen Seiten. "der Ausbau ist zwar gewünscht und beschlossen", sagt Wirtz, "aber, ob er genehmigt wird, ist noch völlig offen". Gewünscht und vom Gemeinderat Üxheim beschlossen ist die Sanierung von Ortsstraßen in Niederehe, "an denen seit fünfzig Jahren nichts mehr gemacht worden ist", sagt Wirtz. Die Kerpener Straße, Stroheicher Straße, Gartenstraße und die Straßen "Auf der Auel" und "Auf der Bitz" stehen auf der Liste, die Anträge zur Erneuerung sind gestellt.
Die Grundzüge der Finanzierung für den Straßenbau sind ebenfalls festgelegt. Abzüglich des Gemeindebetrags von 35 Prozent werden die Kosten auf die Einwohner des Ortes umgewälzt - entsprechend der Größe ihres Grundstücks. "Wiederkehrender Beitrag" heißt das Stichwort.
Diana Linden und Daniel Mauer kritisieren den Verteilungsschlüssel. "Insgesamt wird das eine riesige Summe, die ich neben all den weiteren laufenden Kosten stemmen soll", sagt Diana Linden. Ihr Reiterhof in Niederehe mitsamt privat und gewerblich genutzter Fläche ist rund 10 000 Quadratmeter groß.
Für den ersten Abschnitt des Ausbaus der Kreisstraße 59 hat sie nach eigenen Angaben 1060 Euro bezahlt - bei einem Gesamtgemeindeanteil für den Ausbau von rund 200 000 Euro. Denn die Gemeinde musste nur die Kosten für die Bürgersteige und die Straßenbeleuchtung übernehmen, den Rest haben Kreis und Land bezahlt.
Bei Gemeindestraßen ist das anders, da müssen die Bürger die Hauptlast tragen. Unterm Strich rechnet Diana Linden mit einer Summe von insgesamt 11 000 Euro, die sie alleine für den K 59-Ausbau an die VG in den kommenden neun Jahren überweisen muss. Entsprechend höher fällt die Rechnung für Daniel Mauer aus. Der Chef der Firma M & K Udelfanger Sandstein in Niederehe wird wegen der Größe seines Betriebsgeländes am Ende rund 25 000 Euro der Kosten für Bürgersteige und Beleuchtung an der K 59 tragen müssen - ein Achtel der Gesamtsumme."Mit dem Rücken zur Wand"


"Ich mache niemandem einen Vorwurf", sagt der 37-Jährige, der in Niederehe acht Mitarbeiter beschäftigt. "Die Abgaben sind gesetzlich festgeschrieben. Doch wenn dazu auch noch der Anteil am Ausbau der Gemeindestraßen kommt, stehe ich mit dem Rücken zur Wand." Er hofft auf eine Härtefall-Regelung, "denn unser Betrieb ist wahrlich keine Goldgrube - wir müssen immer sehr knapp kalkulieren".
Linden und Mauer rechnen damit, dass sie neben den Beiträgen, die sie bereits jetzt für die K 59 zu leisten haben, für die Sanierung der Ortsstraßen zusätzlich kräftig zur Kasse gebeten werden. "Nach meinen Recherchen kommen auf mich Beiträge von rund 45 000 Euro zu, Daniel Mauer muss etwa 120 000 Euro zahlen", schätzt Linden.
Sie sagt, dass im Ortsbeirat sehr wohl über die Kosten der Straßensanierung gesprochen worden sei: "Ich war dabei, als eine Summe von insgesamt 1,8 Millionen Euro für die Erneuerung der Straßen genannt wurde." Nun will keiner mehr etwas von bereits genannten Zahlen wissen. Falls es wirklich so komme, "kann ich den Laden dichtmachen, auch wenn die Zahlungen über Jahre gestreckt werden", sagt die Eigentümerin des Reiterhofs.
Für Ortsbürgermeister Reinarz sind die Zahlen, die Diana Linden nennt, "nicht seriös". Jede einzelne Baumaßnahme werde beantragt, geprüft und genau durchgerechnet. Er sieht es als notwendig an, dass besagte Straßen saniert würden, meint aber auch: "Wir haben in Härtefällen noch niemanden im Stich gelassen. Eine Lösung lässt sich immer finden."