Gillenfeld will ein Haus für alle Generationen

Gillenfeld will ein Haus für alle Generationen

Der Arbeitskreis (AK) Innenentwicklung bereitet zurzeit die Gründung der "Genossenschaft am Pulvermaar" vor, als deren Startprojekt in den Jahren 2015/16 die Generationen übergreifende Wohnanlage "Florinshof" realisiert werden soll. Der AK hat in einer Veranstaltung über die Beteiligungsmöglichkeiten informiert.

Gillenfeld. Um allen Generationen auch in Zukunft ein gutes und selbstbestimmtes Leben in ihrem Dorf zu ermöglichen, machen sich seit drei Jahren Frauen und Männer aus Gillenfeld Gedanken - "mit beeindruckendem ehrenamtlichem Engagement und fachlichem Wissen", wie Bürgermeister Werner Klöckner (Verbandsgemeinde Daun) zu Beginn der Informationsveranstaltung mit Blick auf die AK-Mitglieder erklärte.
Seit im Dezember 2013 das Konzept des "Florinshofs" (siehe Extra) vorgestellt wurde, seien sie schon häufig ermuntert und bestätigt worden, sagte AK-Sprecher Kurt Becker. Und wenn er betonte, "daran glauben wir, und daran halten wir fest", meinte er den Eröffnungstermin des Florinshofs im Rahmen der 1000-Jahr-Feier Gillenfelds (2016). Becker berichtete von der bisherigen Arbeit. So gab es 18 Treffen in drei Jahren, eine erste viel beachtete Infoveranstaltung (der TV berichtete) und Gespräche mit Banken, Sozialdiensten und dem Genossenschaftsverband. Für das Programm "Sorgende Gemeinschaft" musste ein Zuschuss beantragt und eine Satzung für die Genossenschaft am Pulvermaar entworfen werden. Die "Sorgende Gemeinschaft" ist eine Genossenschaft, die auf die Stärkung der Verantwortung der Bürger zu gegenseitiger Unterstützung und Sorge füreinander sowie das Miteinander von Jung und Alt zielt und dabei alle am Ort ansässigen, ehrenamtlichen und hauptberuflichen Sozialpartner sowie die Ortsgemeinde und Kirchengemeinde begleiten will.
Wie eine Genossenschaft funktioniert, erläuterte der Bankkaufmann Volker Pressel (Hillesheim). "Die Basis sind die Mitglieder", sagte er. "Diese wählen aus ihrer Mitte einen Aufsichtsrat, der wiederum den Vorstand bestellt und überwacht." Mindestens einmal im Jahr müsse der Vorstand bei einer Generalversammlung den Mitgliedern Rechenschaft ablegen, alle zwei Jahre erfolge eine Prüfung durch Externe. Die wesentlichen Vorzüge einer Genossenschaft seien die Aktivierung von privatem Kapital und die weitgehende Mitwirkung und Mitgestaltung der Mitglieder. Der Eintritt in die Genossenschaft sei attraktiv für Menschen, die sofort oder später im Florinshof wohnen wollten oder die Ziele der Genossenschaft gut fänden und sie im Bewusstsein eines "Gewinns für alle" finanziell unterstützen wollten, sagte Pressel.
Die Gründung der Genossenschaft ist im letzten Quartal dieses Jahres vorgesehen. Danach beginnt sie mit dem Einsammeln des Kapitals, bis 40 Prozent (800 000 Euro) der geplanten Bausumme (zwei Millionen Euro) eingezahlt sind. Dann wird der Florinshof gebaut - "aber nur, wenn sich genügend Interessenten für die Wohnungen und genügend Kapital findet", räumte Kurt Becker ein. "Sonst konzen-trieren wir uns auf die Entwicklung einer ‚Sorgenden Gemeinschaft\' und wenden uns anderen baulichen Zielen zu."
Weitere Infos: florinshof.gillenfeld.de; Ansprechpartner: Kurt Becker, 06573/99730, k.becker@gs.provinzial.com ; Karl Otto Wirth, 06573/1706, dr.karlotto.wirth@web.de.
Extra

Die Planungen für den Florinshof sehen einen Neubau nahe dem Kirmesplatz mit insgesamt 13 Wohnungen und einer gewerblichen Einheit vor. Die Wohnungsgrößen reichen von 42 bis 85 Quadratmeter. Die Entstehungskosten liegen bei 2000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche; das entspricht zwei Millionen für das gesamte Gebäude. Zugänge und Bäder werden barrierefrei gestaltet; Einbauküchen, Notrufsysteme, Abstellplätze und PKW-Stellplätze runden das Angebot ab. Wer eine 50 Quadratmeter große Wohnung haben möchte, muss 40 000 Euro bei der Genossenschaft einzahlen; diese Einlage wird nicht verzinst, aber bei Kündigung voll zurückgezahlt. Hinzu kommen 6,50 Euro pro Quadratmeter als monatliches Nutzungsentgelt plus Nebenkosten. bb

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