Glaube im Alltag

Die Synode ist zu Ende. Viele Informationen und Vermutungen irren nun umher - Aspekte etwa, die schon als festgelegt gehandelt werden, aber noch gar nicht entschieden sind.

 Johannes Eiswirth. Foto: Privat

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Foto: (e_eifel )

Dass da Klagen laut werden, liegt nahe: "Die Umsetzung der Synode ist der Tod der Kirche", ist nur eine unter vielen. Gleichwohl: Allen müsste eigentlich klar sein, dass es - wenn man sich unsere Situation einmal näher betrachtet - so nicht weitergehen kann. Dass sich Christsein nicht nur auf Sonntage und die Eucharistiefeier bezieht. Dass Christsein nicht an den Grenzen des eigenen Dorfes oder der gewohnten Pfarrgrenzen aufhört. Das Christsein nicht heißen kann: "Wie es war vor aller Zeit, so auch jetzt und in Ewigkeit"! Viele haben das begriffen: Es gibt immer mehr Chorgemeinschaften über die Pfarrgrenzen hinweg. Gemeinden feiern Fronleichnam gemeinsam und unterstützen sich gegenseitig. Christen müssen neu überlegen. Sonst geht es dem einen oder anderen wie dem Jüngling, der Christus fragt: "Was muss ich tun, um in den Himmel zu kommen?" Alle Gebotserfüllungen, die Jesus abfragt, befolgt der Jüngling. "Dann fehlt dir nur noch eins", sagt Jesus, "verkauf alles, was du hast, verteil es an die Armen und folge mir nach!" Er fordert ihn auf, sich frei zu machen von allem, was ihn bindet. Frei zu machen von allem Liebgewordenen, von allem Gewohnten, und Platz zu machen für ganz Neues, Unbekanntes, Fremdes. Der Jüngling geht traurig weg, denn er hat "viele Güter". Vieles, an dem er, an dem sein Herz hängt, das er im wahrsten Sinne des Wortes "besitzen" möchte. Im Grunde sagt er damit zu Jesus: "Das kann - will heißen: will (!) - ich nicht". Er kann sein Gewohntes, Bekanntes, Vertrautes nicht "verlassen" und bindet sich somit. Er geht vermeintlich auf "Nummer sicher". Ich glaube, mit Blick auf die Synode stehen wir vor der gleichen Frage. Lebendig und glaubwürdig Christsein können wir nur, wenn wir unseren Alltag - auch in den Pfarrgemeinden - verändern, von Vertrautem ablassen und Neues versuchen. Das heißt nicht, dass das Alte falsch war oder noch ist. Aber es bedeutet, dass es heute anders gehen muss - sonst wären wir nicht da, wo wir stehen. Übrigens: Ob der Jüngling bei seiner Haltung geblieben ist, steht nicht in der Bibel. Johannes Eiswirth, Geschäftsführender Dekanatsreferent, Dekanat St. Willibrord Westeifel

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