GLAUBE IM ALLTAG

In diesen Wochen gehen in unseren Pfarreien die Kommunionkinder zur ersten hl. Kommunion und die Firmbewerber bereiten sich auf ihre Firmung vor.

 Klaus-Peter Backes. Foto: privat

Klaus-Peter Backes. Foto: privat

In diesem Zusammenhang erschien kürzlich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein interessanter Bericht über die Nachhaltigkeit der Kommunionvorbereitung. In einer groß angelegten Studie wurden das religiöse Wissen und die religiöse Praxis der Kinder vor und nach der Katechese erhoben. Und siehe da: Die Werte lagen beide um etwa 20 Prozent höher, will sagen, die Kinder wussten um den Wert zwanzig mehr über ihren Glauben, und auch ihre religiöse Praxis steigerte sich um diesen Wert. Man will diesen Zahlen eigentlich nicht so recht trauen, herrscht in unseren Pfarreien doch die fast unausrottbare Auffassung vor, dass die Sakramentenkatechese nicht viel bringe und eigentlich umsonst ist. Die oben zitierte Studie belegt aber das Gegenteil. Vieles, was in der Vorbereitung auf den Sakramentenempfang getan wird, wirkt sich eben doch aus. Wer sieht schon, dass die Vorstellung von Gott konkreter und christlicher wird oder dass am Abend dann doch einmal gebetet wird. Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, der spürt deren Interesse an religiösen Dingen. Gerade Kinder sind hier ungemein offen und nahezu wissbegierig. Was hier gesät wird, das hat die Chance, im späteren Leben wieder eine Rolle zu spielen. Hier geht es nicht nur um religiöses Wissen, sondern auch um eine lebendige Gemeinschaftserfahrung, die bei der vorherrschenden Individualisierungstendenz wertvolle Erfahrungen des Miteinanders ermöglicht. Auch Jugendliche setzen sich in der Firmvorbereitung mit ihrem Menschsein und ihrer religiösen Praxis auseinander. Hier haben sie die Chance, sich mit einem Themenfeld zu befassen, das zugegebenermaßen in ihrer Welt nicht den ersten Platz einnimmt. Und trotzdem verblüffen Jugendliche ihre Katecheten des Öfteren mit Ansichten und Aussagen, die im wahrsten Sinne des Wortes tief blicken lassen. Es gibt sie also, die Saat, die aufgeht. Man muss es nur sehen wollen. Und aus den Köpfen kriegen, dass alles umsonst ist. P. Klaus-Peter Backes CM Kaplan in der Pfarreiengemeinschaft Bleilalf

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