Glauben im alltag

Heute starten wir in die Adventszeit und irgendwie scheint diesmal der Advent noch überraschender anzubrechen als die Vorjahre. "Advent" bedeutet "Ankunft".

Doch was kommt da eigentlich zurzeit auf uns zu? Wenn wir den Medien und der allgemeinen Stimmung Glauben schenken, nichts Gutes! Unsicherheit, Krisen und Bedrohungslagen wohin das Auge blickt und bei allem geht es uns ja noch vergleichsweise gut. Aber die Aussichten scheinen besorgniserregend. Jedenfalls reichen Kerzen, Tannenzweige und Lichterketten, Gebäck und Glühwein kaum aus, uns in adventliche Stimmung zu versetzen. Dabei ist der Advent für viele inmitten einer turbulenten Zeit eine verlässliche wiederkehrende Konstante, auf die man sich freut. Über reines Brauchtum und Umsatzplus hinaus, was kann der Advent uns bringen? Er lädt ein zur Vorbereitung auf das kommende Weihnachtsfest am 25. Dezember, dem Geburtsfest Jesu. Christen feiern es als Menschwerdung Gottes, nicht aus Zufall am dunkelsten und kürzesten Tag des Jahres. Es bedeutet für uns die Wintersonnen-Wende unserer Welt. Mit der Geburt Jesu ist ein Licht aufgegangen, das alle Dunkelheiten in ein neues Licht rückt und Licht bringt in unsere Lebens- und Zukunftsängste. Ein Element der Adventszeit kann sein, dass ich mir einmal Zeit und Ruhe gönne, um bei einem ausgiebigen Winterspaziergang, einem Konzert oder Gottesdienst, einem Glas Wein oder Tee wirklich mal runter zu kommen. So kann ich achtsamer werden für das, was wirklich kostbar und Not-wendig ist, für mich und andere. Wenn ich dieser adventlichen Spur folge, ist Weihnachten nicht nur ein Datum. Es kommen kleine aber feine Veränderungen in unser Leben und unser Miteinander, die sich ausbreiten. Nicht wie laute Propaganda, sondern so, wie es eben nur die Weihnachtsbotschaft vermag: leise aber wirksam! Dyrck Meyer, Pastoralreferent im Dekanat Bitburg

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