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Glücksorte in der Eifel: Der Ringwall in Steineberg.

TV-Serie „Glücksorte in der Eifel“ : Wo einst die Kelten über die Landschaft blickten

Der nächste Teil der TV-Serie „Glücksorte in der Eifel“ befasst sich diesmal mit dem Ringwall in Steineberg.

(ako) Für viele Menschen aus aller Welt ist ein ganz normales Eifeldorf zugleich ein Glücksort: Steineberg hat ein Jugendzentrum, das viele Jahre als internationales Begegnungszentrum für Kinder und Jugendliche diente.

In letzter Zeit ist es vor allem die erste Vulkaneifeler Adresse für Flüchtlinge, die in Deutschland Asyl suchen, darauf warten, eine Wohnung zugeteilt zu bekommen und ein neues, glücklicheres Leben beginnen zu können.

Perspektiven bot das auf 530 Metern Höhe liegende und weithin sichtbare Dorf schon immer. Denn als ob es nicht schon Weitblick genug gäbe, wurde auf dem Gipfel der Steineberger Ley, wie der 35 Millionen Jahre alte Hausvulkan heißt, ein fast 30 Meter hoher hölzerner Turm errichtet: die Vulcano-Plattform. Von hier aus herrscht – wenn der Turm nicht, wie gerade, gesperrt ist – rundum ungestörte Weitsicht in alle Richtungen, über das Moseltal bis zum Hunsrück oder auch bis zum Nürburgring.

Zu Füßen des Bauwerks fallen im Wald unzählige bemooste Steine auf, die wie von Mutter Natur dahingeworfen wirken. Im Gegenlicht tiefstehender Sonne, die durch die Bäume strahlt, wirken sie wie riesige Smaragde. Klar, der Basalt gehört zum Vulkan.

Doch hier haben Menschen nachgeholfen. Auf mehr als zwei Hektar gab es etwa 500 bis 100 vor Christus auf dem Berggipfel eine keltische Burgsiedlung. Kelten siedelten

vorzugsweise dort, wo sie weit in die Landschaft blicken konnten und so vor bösen Überraschungen sicher waren.

Die grün überwucherten Basaltbrocken sind zum Teil Reste des trocken gemauerten Ringwalls, mit dem ihr Dorf geschützt wurde. Etwa 90 frühkeltische Hünengräber wurden im 19. Jahrhundert gefunden, welche die einstige Bedeutung des Orts belegen. Aber der Forscherdrang währte nicht lange, weitere archäologische Ausgrabungen fanden nicht statt. So hat die Steineberger Ley ihre Geheimnisse bis heute bewahrt …

Selbst graben sollte ein Spaziergänger jedoch nicht – wie überall im geschützten UNESCO Natur und Geopark Vulkaneifel – hier auf der Ley aus Rücksicht auf das keltische

Erbe.

Die Vulcano Plattform Steineberg ist derzeit gesperrt, da Sanierungsarbeiten notwendig sind. Der keltische Ringwall kann aber besichtigt werden,   von der Dorfmitte aus zu Fuß oder per Auto erreichbar.

Info: www.vulcanoplattform.de

Die Vulkaneiflerin Angelika Koch hat das Buch "Glücksorte in der Eifel" geschrieben. Es ist im Frühjahr erschienen und führt quer durch die Region. Foto: Droste Verlag Foto: Droste Verlag

Dieser Text stammt aus dem Buch: „Glücksorte in der Eifel“, von Angelika Koch, Droste Verlag, 14,99 Euro.