Glühwein, Schnee und ein kleines Wunder

Glühwein, Schnee und ein kleines Wunder

Punktlandung für den Weihnachtsmarkt in Gerolstein: Das Wetter mit Schnee und Sonnenschein hat am dritten Adventssonntag viele Besucher in die Brunnenstadt gelockt.

Gerolstein. Auf den rund 500 Metern zwischen dem Naturkundemuseum und dem Rondellvorplatz dreht der Weihnachtsmann seine Runden und beglückt die Kinder mit Süßigkeiten, es duftet nach Gewürzen, Glühwein und Reibekuchen. Es herrscht typische Weihnachtsmarkt-Atmosphäre unterhalb der Löwenburg, die fast wie bestellt mit frischem Schnee gepudert ist. "Noch herrscht kein Gedränge, aber es ist abzusehen, dass bei dem herrlichen Wetter heute viele Besucher kommen werden", sagt ein Passant, der vor dem Stand der Gerolsteiner Reservistenkameradschaft auf seine Erbsensuppe wartet.
Dem Schneeregen getrotzt

Messdiener der Kirchengemeinde St. Anna (von links Franzi Hebermehl, Paula Krämer-Eis, Pia Krämer-Eis, Rebecca Holbach und Fabian Norig) verkaufen Kekse zugunsten der Caritas-Flüchtlingshilfe. TV-Foto: Vladi Nowakowski.
Kleiner Plausch im vorweihnachtlichem Ambiente: Am Sonntag hat auch das Wetter mitgespielt. TV-Foto: Vladi Nowakowski.


Am Samstagabend bietet sich ein anderes Bild: Bei nassem Schneeregen und den vielerorts glatten Straßen rund um die Brunnenstadt bleiben die Gerolsteiner weitestgehend unter sich. Doch das hält sie nicht ab, den Weihnachtsmarkt gebührend zu feiern.
Ein Anlass, dem samstäglichen Regen zu trotzen, ist das Feuerwerk, das in diesem Jahr erstmals zur Eröffnung und nicht erst zum Abschluss des Weihnachtsmarkts stattfindet. Eine gute Idee des Gewerbevereins Gero-Team, dem Ausrichter des Marktes, finden viele Besucher. Mindestens genauso gut war die Idee des Stadtbürgermeisters Friedhelm Bongartz, der statt einer Ansprache zur Eröffnung ein selbstverfasstes Gedicht vortrug und in wohlformulierten Zeilen allen an der gelungenen Vorbereitung des Weihnachtsmarkts dankte.
Am Rande des weihnachtlichen Trubels zeigt sich, dass Gerolstein ein Herz für alle hat - so der Slogan auf der diesjährigen Weihnachtsmarkt-Tasse - und überdies die freie Meinung in Ehren hält: Der Ortsverband der Grünen darf mit seinem Stand aufbauen gegen das Freihandelsabkommen TTIP protestieren. Das breite Angebot, das neben viel besinnlicher Live-Musik, einem Kinderprogramm mit Basteln im Naturkundemuseum und eine Weihnachtsmarkt-Tombola beinhaltet, ist nach dem Versuch, der Veranstaltung ein anderes Konzept zu verpassen, eine Rückbesinnung auf alte Werte.
Einer, der das offensichtlich bejaht, hat am Samstag für ein kleines Weihnachtswunder gesorgt. "Nach einem langen Tag ohne große Einkünfte wurden uns anonym 100 Euro übergeben", berichtet Kurt Laux, der Leiter des Hauses der Jugend. Erhat mit seinen Schützlingen selbstgebackenes und gebasteltes zugunsten des Jugendhauses verkauft.
Er freut sich: "So muss Weihnachten in der Eifel sein."